Warnung vor falschen Ärzten

Die St. Galler Nationalrätin und Patientenschützerin Margrit Kessler fordert eine Gesetzesanpassung – um Patienten vor Hochstaplern zu schützen.

Regula Weik
Drucken
Margrit Kessler (Bild: Urs Bucher)

Margrit Kessler (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Wenn sie das Wohl der Patientinnen und Patienten gefährdet sieht, hält Margrit Kessler nichts mehr auf dem Stuhl. Dann beginnt die Präsidentin des Schweizer Patientenschutzes zu wirbeln und zu weibeln – so auch in diesen Tagen.

Auslöser ist eine aufgeflogene «falsche Ärztin». Eine deutsche Pflegefachfrau hatte sich als Ärztin ausgeben und seit 2008 an mehreren Schweizer Kliniken gearbeitet (Ausgabe vom 15. Juni). Unter anderem war sie auch am Herz-Neuro-Zentrum in Kreuzlingen tätig gewesen.

Gesetzliche Grundlage fehlt

Margrit Kessler ärgert sich: «Das Bundesamt für Gesundheit hatte wichtige Hinweise zu der Frau erhalten, es überprüfte diese aber viel zu wenig.» Was die Rheintaler Nationalrätin der Grünliberalen zusätzlich empört: «Das Bundesamt für Gesundheit versteckt seine Untätigkeit hinter der fehlenden Gesetzgebung.» Das Bundesamt hatte festgehalten, es fehle ihm momentan die gesetzliche Grundlage, um Spitäler und Kantonsärzte aktiv zu informieren.

Das lässt die Patientenschützerin nicht so stehen. Sie ist auf Bundesebene aktiv geworden – mit einer Interpellation. Darin fordert sie: Informationen über mögliche falsche Ärzte müssten an Spitäler und kantonale Behörden weitergeleitet werden. «Es kann doch nicht sein, dass Patientinnen und Patienten durch Hochstapler zu Schaden kommen, nur weil das Bundesamt wegen eines fehlendes Gesetzes wichtige Informationen nicht weiterleiten kann.»

Nachdoppeln – je nach Antwort

Margrit Kessler will nun genau wissen, welche Bundesstellen Hinweise hatten, dass eine falsche Ärztin in der Schweiz tätig ist. Sie will zudem erfahren, welche Gesetze angepasst werden müssten, damit solche Informationen künftig Spitälern und kantonalen Behörde zugeleitet werden können – und ob der Bundesrat in der Frage aktiv werde. Die Nationalrätin will auf jeden Fall nicht so rasch klein beigeben. «Ich werde je nach Antwort auch noch eine Motion lancieren», sagt sie.

Aktuelle Nachrichten