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Walter Enggist: introvertiert, begabt, bescheiden

6,36 Millionen Franken und keine Nachkommen. Walter Enggist entschied zu Lebzeiten, sein Vermögen dem Kanton Thurgau zu vermachen: «Ich würdige damit den Beitrag des Kantons Thurgau an der Grundsteinlegung meiner Karriere.» Mit nur einem Satz erklärt Enggist im Testament, weshalb er sein Erbe je hälftig dem Amt für Archäologie und der Kantonsbibliothek vermacht. «Niemand, auch nicht frühere Mitarbeiter unseres Amtes, hat Walter Enggist gekannt oder je mit ihm zu tun gehabt», sagt Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. Nachforschungen hätten gezeigt: Enggist (Jahrgang 1948) wuchs in Frauenfeld auf, war introvertiert. Die Schule erkannte in ihm eine Hochbegabung für Mathematik. Er wurde gefördert, ihm der Übertritt in die Kantonsschule empfohlen. Später studierte er Bauingenieur an der ETH Zürich, machte danach Karriere in der Informatik. Enggist verdiente sein Geld schliesslich mit IT-Projekten von Banken. Zeitlebens wohnte er zurückgezogen und äusserst bescheiden in seinem Elternhaus in Frauenfeld. Er starb nach langer Krankheit im Juni 2016. (sme)

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