WALLENWIL: Sie sagen Adieu

22 Jahre lang organisierte der Dorfverein etliche Feste und Ausstellungen. Ende November löst er sich auf. Gründe dafür gibt es mehrere.

Christoph Heer
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Noch fünf Monate im Vorstand: Marcel Brühwiler, Maja Schwager, Urs Graber (Präsident), Susanne Stadler, Guido Strässle. (Bild: Christoph Heer)

Noch fünf Monate im Vorstand: Marcel Brühwiler, Maja Schwager, Urs Graber (Präsident), Susanne Stadler, Guido Strässle. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

«Wo sich eine Türe schliesst, öffnet sich bekannterweise ja immer eine nächste. Natürlich blicken wir mit etwas Wehmut auf die vergangenen 22 Jahre zurück, aber eine Auflösung ist schon der richtige Schritt», sagt Urs Graber.

1995 gründeten er und 29 weitere Wallenwilerinnen und Wallenwiler den Dorfverein.

Am 31. März leitete Graber seine zweitletzte Mitgliederversammlung, anwesend waren 20 Personen, 19 davon mit einem Stimmrecht. An dieser ausserordentlichen Versammlung wurde die Vereinsauflösung beschlossen, dementsprechend wird Urs Graber nur noch einmal dem Gremium vorstehen, nämlich an der Auflösungsversammlung am 17. November.

Es hat an neuen Ideen gefehlt

Vor 22 Jahren also wurde ein Verein ins Leben gerufen, der sich in den kommenden Jahren um das Wohl des Dorfes gekümmert hat. Auffallend, dass es in all den Jahren nie einen Präsidentenwechsel gab, dafür war Graber besorgt. Von Beginn an hielt er die Geschicke des Vereins in den Händen, war Ansprechperson und treue Seele in einem. Er blickt zurück auf intensive Jahre, die aber stets einen grossen Spassanteil mitgebracht hätten.

Mit Urs Graber stand jemand an der Spitze, der sehr gut vernetzt ist. «Da ich zwölf Jahre in der Kultur- und sechs Jahre in der Umweltkommission tätig war, fungierte ich natürlich wie ein Bindeglied zwischen dem Dorfverein und der Gemeinde. Ein wichtiger Faktor war für mich, dass Wallenwil nicht nur als Eschliker Quartier in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, und das ist uns gut gelungen.» Viele Themen und Ideen, wie etwa der Neuzuzügerapéro, wurde von der Gemeinde übernommen. Die Ziele wurden erreicht, und neue Ideen waren Mangelware: darum wird der Dorfverein ab kommendem November Geschichte sein.

«Am Anfang waren wir rund 30 Mitglieder, und dann kamen jährlich etwa vier bis fünf neue dazu. Seit zehn Jahren stagniert die Anzahl bei 70 Personen», sagt Graber. Nebst der Auflösungsversammlung kommen die Mitglieder noch in den Genuss zweier Aktivitäten. Ende September wird man einen Ausflug ins Appenzellerland und am 10. November einen Jassabend durchführen. Beim Erstgenannten geht es auch darum, die noch vorhandenen finanziellen Mittel aufzubrauchen.

Ein Ausflug bleibt besonders in Erinnerung

Des Weiteren wird das noch vorhandene Kapital in verschiedene weitere Anliegen eingespeist. Urs Graber sagt, dass man einen Betrag für eine Metallkiste für Brennholz beim Freizeitplatz am Stutz sprechen wird. «Zudem sponsern wir ein neues Bänkli inklusive Abfallkübel beim Funkenplatz, und jedes Mitglied soll an der Auflösungsversammlung mit einem Präsent überrascht werden.»

Die Mitglieder des Dorfvereins zeigten sich stets aktiv. So verwaltete man das Festzelt, koordinierte die Aktivitäten der weiteren Wallenwiler Vereine und organisierte den Wahlstammtisch in Zusammenarbeit mit der Interpartei. «Aber auch Ausstellungen in der Mosti, die Bundesfeiern und die weitere Organisation von etlichen Dorffesten hielten uns auf Trab.» Ein Ausflug bleibt Urs Graber in bester Erinnerung: «Unser Vereinsausflug nach Oberriet zu den Kristallhöhlen war eine absolut tolle Sache», sagt Graber.

Zudem hatte der Dorfverein eine Vereinbarung mit der politischen Gemeinde Eschlikon. So wurde auf Auftrag das Festzelt, eine Geschirrspülmaschine oder Flaggen beschafft und verwaltet. 21-mal konnte auch der überaus beliebte Dorfkalender kostenlos an die Wallenwiler Bevölkerung abgegeben werden.