Waldbesitzer sind in Sorge

Im Wald tummeln sich die Schädlinge: Noch immer gibt es kein Mittel gegen das Eschensterben. Und der Borkenkäfer vermehrt sich derzeit sehr stark.

Silvan Meile
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Borkenkäfer (Buchdrucker). (Bild: ky/Winfried Rothermel)

Borkenkäfer (Buchdrucker). (Bild: ky/Winfried Rothermel)

FRAUENFELD. Das Thurgauer Forstamt hat kürzlich einen Waldeigentümer aufgefordert, Fichten mit Borkenkäferbefall sofort zu fällen und aus dem Wald zu schaffen. Es könnte nicht beim Einzelfall bleiben. Für den Frühling zeichnet sich eine starke Vermehrung des Borkenkäfers ab. Das geht aus einer regierungsrätlichen Beantwortung einer Einfachen Anfrage von Paul Koch (SVP, Oberneunforn) hervor.

Kein Mittel gegen Eschenwelke

«Sollte es zu einer starken Borkenkäfervermehrung kommen, wäre ein finanzielles Engagement des Kantons für die Wiederherstellung von Schadenflächen zu prüfen», schreibt die Kantonsregierung auf Kochs Frage bezüglich finanzieller Entschädigung. Aufgrund der gegenwärtigen Budgetsituation bestehe jedoch grundsätzlich kein Spielraum für die Ausrichtung von Entschädigungen an Waldbesitzer.

Auch die Eschenwelke ist Thema. Eine zielführende Eindämmung dieses Pilzbefalls ist noch nicht bekannt. «Es gibt nach heutigem Wissensstand keine Strategie, wie sich die Schäden bei der Eschenwelke verhindern lassen. Weil von den erkrankten Bäumen etwa durch herunterfallende Äste eine Gefahr ausgehen kann, stellt Koch auch die Frage nach der Haftung bei Unfällen. Das könne nicht pauschal beurteilt werden, schreibt der Regierungsrat. Ein Waldeigentümer sei aber nicht verpflichtet, Bäume vorsorglich zu fällen, um allfällige Folgen von Naturereignissen zu verhindern.

Gefährlicher Fadenwurm

Auch den Kiefernholznematoden bringt Koch ins Spiel. Der besonders gefährliche kleine Fadenwurm befällt bevorzugt Föhrenarten. Entgegen Kochs Darstellung sei in der Schweiz aber noch kein Befall bekannt. Im Frühjahr 2011 sei der Schädling zwar in einer Lieferung mit Gartendekoration aus Portugal entdeckt worden. Seither habe es aber keine weiteren Befunde mehr gegeben.