Waid und Friedberg unter Druck

Die Kürzung der kantonalen Beiträge an private Gymnasien in St. Gallen ist mit ein Grund für die Schliessung des Gymnasiums Marienburg. Den privaten Gymnasien Friedberg und Untere Waid droht aber kein solches Schicksal.

Katrin Meier
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Die Gymnasien Untere Waid, Mörschwil, und Friedberg, Gossau, sind wie die Marienburg von den Sparmassnahmen des Kantons betroffen, ihre Existenz ist aber nicht bedroht. (Bilder: Felix Müller/Urs Bucher)

Die Gymnasien Untere Waid, Mörschwil, und Friedberg, Gossau, sind wie die Marienburg von den Sparmassnahmen des Kantons betroffen, ihre Existenz ist aber nicht bedroht. (Bilder: Felix Müller/Urs Bucher)

Die Nachricht, dass das Gymnasium Marienburg in Thal definitiv geschlossen werden muss, beschäftigt auch die anderen privaten Mittelschulen im Kanton St. Gallen. Sie sind ebenso wie die Marienburg von den Kürzungen der Unterstützungsbeiträge durch den Kanton betroffen.

«Wir bedauern die Schliessung der Marienburg ausserordentlich», sagt Daniel Lehmann, Stiftungsratspräsident des Gymnasiums Friedberg in Gossau. «Das ist ein Verlust für die Bildungslandschaft.» Zugleich sei er aber auch froh, dass dem Friedberg ein solches Schicksal erspart bleibe. «Eine Schliessung ist kein Thema», sagt Lehmann. Im Gegensatz zur Marienburg mangelt es dem Friedberg nicht an Schülern: Zurzeit werden 225 Jugendliche unterrichtet – Tendenz steigend.

Elternbeiträge nicht erhöhen

«Aber auch uns tun die Sparmassnahmen des Kantons weh», sagt Lehmann. Bisher erhielt die Schule rund 9500 Franken pro Schüler vom Kanton. Dieser Beitrag wird ab 2012 um 22 Prozent gekürzt. Insgesamt mache diese Kürzung einen wichtigen Anteil der Einnahmen der Schule aus.

Der Stiftungsrat habe entschieden weder Löhne zu kürzen noch die Elternbeiträge zu erhöhen. «Der Stiftungsrat plant zurzeit keine Anpassung der Elternbeiträge», sagt Lehmann. «Ich werde alles unternehmen, damit das so bleibt.» Das fehlende Geld werde primär durch die Reorganisation der Prozesse und bei Investitionen eingespart. «Zurzeit werden wir eher Nein sagen, wenn beispielsweise ein dreijähriger Beamer durch einen neuen ersetzt werden soll.»

Noch erhalten die privaten Gymnasien gesamthaft 2,2 Millionen Franken, pro Schüler aus dem Kanton 9600 Franken. Neu wird der Kanton nur noch 1,7 Millionen Franken Beiträge leisten.

Als dritte private Schule ist die Untere Waid in Mörschwil von den Kürzungen betroffen. «Die Sparmassnahmen sind auch bei uns mit Einschnitten verbunden», sagt Stiftungsratspräsident Markus Seitz, «aber die finanzielle Stabilität bleibt gewährleistet.» Wie die Beitragskürzung an die Untere Waid im Detail aussieht, sei noch Gegenstand von Gesprächen: «Das ist abhängig von der Leistungsvereinbarung, die wir für das nächste Schuljahr zusammen mit dem Kanton erarbeiten», sagt der Stiftungsratspräsident.

Hoffnung auf mehr Schüler

Ob das Schulgeld erhöht wird, könne man ebenfalls noch nicht sagen, da dieses abhängig sei von der Anzahl Schüler. Zudem werde die Schulgeldstruktur derzeit neu evaluiert. «Wenn immer möglich, möchten wir auf eine Erhöhung verzichten», sagt Seitz. Grundsätzlich hofft der Stiftungsrat, die Schülerzahlen erhöhen und damit die Einsparungen des Kantons kompensieren zu können. Zurzeit besuchen 124 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium Untere Waid. Um die Attraktivität der Schule zu steigern, werde ab dem nächsten Schuljahr das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht eingeführt, sagt Seitz. Man biete den Schülerinnen und Schülern der Marienburg nach der Schliessung Ende Schuljahr gern die Möglichkeit, an die Untere Waid zu wechseln.

Zwei Schüler des Gymnasiums Marienburg haben bereits nach den Herbstferien im Gymnasium Friedberg angefangen. Für weitere Gespräche ist der Friedberg offen, sagt Daniel Lehmann.

Gymnasium Friedberg (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Gymnasium Friedberg (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))