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WAGENHAUSEN: Vater wegen Schändung angeklagt

Tod einer jungen Frau Anfang 2016: Der Beschuldigte muss sich unter anderem wegen eventualvorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten. Ihm droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe.
Ida Sandl/Stefan Hilzinger
Nach dem 2. Januar 2016 versiegelte die Polizei die Tür der Wohnung in Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Nach dem 2. Januar 2016 versiegelte die Polizei die Tür der Wohnung in Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Die Anklage ist happig: Eventualvorsätzliche Tötung, Schändung und Störung des Totenfriedens wirft die Staatsanwaltschaft dem mutmasslichen Täter vor. Gefordert sei eine mehrjährige Freiheitsstrafe, sagt Stefan Haffter, stellvertretender Generalstaatsanwalt und Sprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft. Besonders verstörend dabei: Der Beschuldigte ist auch der Vater der Getöteten. Er sitzt seit März 2016 im vorzeitigen Strafvollzug.

Das Opfer ist die damals 25-jährige Deutsche W. Der «Blick» beschreibt sie als kleinwüchsig und lernschwach. Sie habe ausgesehen wie ein Kind. Gelebt hat sie in der Nähe von Ravensburg. Im Thurgau wollte sie mit ihrem Vater, ebenfalls ein Deutscher, bei einem gemeinsamen Freund das Neue Jahr feiern.

Den Tod billigend in Kauf genommen


Es sollte ihr letzter Silvester sein: Die junge Frau starb am 2. Januar 2016. Was genau in der Wohnung in Wagenhausen passiert ist, wird vielleicht erst die Gerichtsverhandlung zeigen. Wann sie sein wird, kann der Frauenfelder Gerichtspräsident Rudolf Fuchs noch nicht sagen. Er strebt einen Termin Ende 2017, Anfang 2018 an. Doch das liege nicht nur in Händen des Gerichts.

Eventualvorsätzliche Tötung bedeutet, dass die Frau nicht absichtlich getötet worden ist. Der Täter habe aber mit ihrem Tod rechnen müssen oder ihn zumindest billigend in Kauf genommen. Zur «Schändung» schreibt das Strafgesetzbuch: «Wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafs-ähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft.»

Freispruch für den Freund


Vor einem Monat stand der gemeinsame Freund, ein 40-jähriger Schweizer, vor Gericht. Er wurde vom Vorwurf der unterlassenen Nothilfe freigesprochen. In der Verhandlung hiess es, die Frau sei an einer schweren stumpfen Verletzung am Unterleib gestorben. Das Gericht geht davon aus, dass der Freund zum Zeitpunkt ihres Todes nicht in der Wohnung war.

Der Vater soll ihm panische Nachrichten aufs Handy geschickt haben. Die Tochter sei in der Dusche ohnmächtig geworden und umgekippt. «Ich bin seit 30 Minuten am Massieren und Beatmen.» Zwischen Vater und Tochter soll es bereits in den Tagen vor dem verhängnisvollen Abend Streit gegeben haben. Einmal habe er ihr ein blaues Auge geschlagen. Als später die Ambulanz eintraf, war neben dem Vater auch der Freund in der Wohnung. Die Polizei nahm beide fest. Der Freund kam aber nach einem Monat wieder frei.

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