Wärme für 25 Liegenschaften

Seit dem vergangenen November liefert der Wärmeverbund Zentrum Oberneunforn Heizwärme. Morgen Samstag findet ein Tag der offenen Tür statt.

Roland Müller
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Geri Wiesmann zeigt den grossen Heizkessel als Herzstück der Anlage. (Bild: romü)

Geri Wiesmann zeigt den grossen Heizkessel als Herzstück der Anlage. (Bild: romü)

Oberneunforn. «Wir haben das Projekt des Wärmeverbundes in eigener Regie und innert kürzester Zeit umsetzen können», betont Geri Wiesmann, der die eigens gegründete Genossenschaft als Trägerorganisation führt.

Im Dezember 2009 wurden die ersten Ideen für einen Wärmeverbund geschmiedet und bald auch Nägel mit Köpfen gemacht. Eine Machbarkeitsstudie folgte bereits im Frühling 2010, und am 15. Juli wurde aufgrund der guten Aussichten die Genossenschaft mit 22 Mitgliedern gegründet.

25 Anschlüsse geplant

Das grosse Interesse der Liegenschaftsbesitzer im Ort spornte zum raschen Handeln an: Bereits Mitte August wurden die Bauarbeiten in Angriff genommen, und rechtzeitig zum Winterbeginn konnten die ersten vier Wärmebezüger mit Energie aus der Zentrale versorgt werden. Dieser Tage werden die letzten Abschlussarbeiten ausgeführt.

Gesamthaft sind 25 Anschlüsse im Zentrum von Oberneunforn geplant. Dazu gehören auch das Gemeinde- und Kirchgemeindehaus, die Gemeindekanzlei und die Bank. Bereits haben 80 Prozent der Genossenschafter ihre Liegenschaften an den Wärmeverbund angeschlossen. Die Zentrale liegt inmitten Oberneunforns, an der Herrengasse. Ein Genossenschaftsmitglied stellte dafür ein älteres Ökonomiegebäude zur Verfügung. Direkt angrenzend wurde der 120 Kubikmeter fassende Schnitzelsilo gebaut. Ein zweiter Silo fasst sieben Tonnen Pellets.

Im Sommer Warmwasser

Die Berechnungen gehen davon aus, dass rund 1300 Kubikmeter Holzschnitzel aus der Region benötigt werden. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf 1,35 Millionen Franken. Nach Abzug der verschiedenen Fördergelder und Subventionen verbleiben für die Genossenschaft Kosten von rund 650 000 Franken.

Das eigentliche Herzstück der Anlage bildet der Heizkessel mit einer Leistung von 390 kW. Gleichzeitig sind zwei Pelletsheizkessel mit je einer Leistung von 90 kW installiert worden.

«Damit wollen wir mögliche Energiespitzen beim Energiebedarf bei sehr tiefen Temperaturen decken und zudem den Sommerbetrieb für die Warmwasserversorgung sicherstellen», sagt Wiesmann.

Auch was die Finanzierung der Genossenschaft betrifft, zieht Wiesmann eine positive Bilanz: «Erst dank der Unterstützung der Leihkasse Stammheim konnten wir das Projekt realisieren.» Abgesichert wurde diese Finanzierung mit einer limitierten Solidarhaftung der Genossenschafter.

Die Anlage kann am Samstag, 19. Februar, zwischen 10 und 12 Uhr mitten im Ort an der Herrengasse 5 besichtigt werden.