WÄNGI: Wängi schreibt Verluste

Wie budgetiert, beträgt der Verlust der Gemeinde Wängi für das vergangene Jahr rund 200 000 Franken. Laut Gemeindepräsident sind die Mehrausgaben im Sozialbereich dank sparsamer Politik aufgefangen worden.

Adrian Grzonka
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Gemeindepräsident Thomas Goldinger und Elfi Graf, Leiterin der Finanzverwaltung der Gemeinde Wängi. (Bild: Adrian Grzonka)

Gemeindepräsident Thomas Goldinger und Elfi Graf, Leiterin der Finanzverwaltung der Gemeinde Wängi. (Bild: Adrian Grzonka)

WÄNGI. «Erst im Februar dieses Jahres haben wir die Gemeindesteuern um zwei Prozent erhöht. Die Jahresrechnung für 2015, die nun vorliegt, gibt uns dabei Recht», sagt Thomas Goldinger, Gemeindepräsident von Wängi. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde zum dritten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben. Wie budgetiert, liegt der Verlust für das Jahr 2015 bei rund 200 000 Franken. Bei einem Aufwand von 13,75 Millionen Franken verbuchte die Gemeinde einen Ertrag von 13,55 Millionen.

Investitionen verschoben

Insgesamt habe die Gemeindeverwaltung die Kosten für 2015 «durchgehend im Griff gehabt», sagt Goldinger. Jene Budgetpunkte, welche in ihrer Kontrolle gestanden hätten, habe die Gemeinde sparsam verwaltet. Ein Grossteil der Ausgaben könne die Gemeinde allerdings nicht beeinflussen. Dazu zählen die Prämienverbilligungen sowie die Beiträge für die Pflegefinanzierung und die Spitex. Für diese drei Kostenpunkte alleine habe die Gemeinde im vergangenen Jahr 900 000 Franken ausgegeben, was einem Drittel der Steuereinnahmen entspreche.

Sozialhilfe ist ausschlaggebend

Die prozentual grösste Abweichung gegenüber dem Budget habe es aber in der öffentlichen Sozialhilfe gegeben. Der Netto-Aufwand dafür sei im Vergleich zu 2014 um 50 Prozent gestiegen. Gegenüber 2012 habe er sich gar fast verdoppelt. Dabei hätten vor allem die sogenannten Fremdplazierungen – Versetzungen von Jugendlichen in Gastfamilien oder Heime – zu Buche geschlagen.

Steuerfuss immer noch tief

Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern hat die Gemeinde leicht mehr eingenommen als erwartet. Mit 3,2 Millionen Franken hat Wängi 80 000 Franken mehr Geld kassiert, als sie budgetiert hat.

Voraussichtlich werden diese Einnahmen nächstes Jahr leicht steigen. Mit aktuell 49 Prozent hat die Gemeinde im Februar den Steuerfuss gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte erhöht. Dieser sei im Vergleich zu anderen Hinterthurgauer Gemeinden aber immer noch tief, sagt Goldinger. Ob die Rechnung für das laufende Jahr wegen des erhöhten Steuerfusses besser wird, könne er noch nicht beurteilen: «Wir sind noch nicht an dem Punkt, wo wir verlässliche Prognosen machen können», sagt Goldinger. Es sei aber zu hoffen, dass sich das Eigenkapital 2016 nicht noch weiter verringere, sagt er.

Einige Investitionen seien auf das laufende Jahr verschoben worden. Beispielsweise stünden im Strassenunterhalt einige Arbeiten an. Derzeit würde eine Erfassung des Strassenzustands erhoben, um den Handlungsbedarf und die anstehenden Kosten möglichst genau einschätzen zu können, sagt der Gemeindepräsident.