WÄNGI: Eine verfrühte Ankündigung

Der Wirtschaftsraum Südthurgau löst sich auf. Dies wurde an der Versammlung des Arbeitgeberverbandes publik – sechs Wochen bevor der Verein kommunizieren wollte.

Thomas Riesen
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Flott führte Arbeitgeberpräsident Thomas De Martin bei der Prematic AG in Affeltrangen durch die Traktandenliste. In seinem Jahresbericht sagte er – unter anderem –, dass die bevorstehende Auflösung des Vereins Wirtschaftsraum Südthurgau bedauerlich sei. Dieser habe eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Politik und Wirtschaft übernommen und diese müsse nun neu definiert werden. Auch deshalb will der AGV Südthurgau den Behördenapéro wieder aufleben lassen.

Mit dieser Ankündigung war Thomas De Martin einer Medienmitteilung des Vereins Wirtschaftsraum Südthurgau zuvorgekommen, die in Arbeit ist. Darüber hinaus ist für Mitte Mai eine Medienkonferenz geplant, bei der die Details bekannt gegeben werden sollen. Dies teilte Bruno Lüscher, Präsident des Vereins, auf Nachfrage mit und bestätigte damit die Aussage des AGV-Präsidenten. Als Hauptgrund nannte er das Ergebnis einer Umfrage unter Mitgliedern und Gemeinden. Der Entscheid sei letztes Jahr gefallen, und die Mitglieder bereits seit Dezember informiert.

Zu viele Unterschiede innerhalb des Kantons

Schwierig und anspruchsvoll gestaltet sich offenbar die Harmonisierung der Arbeitgebervereinigungen im Kanton Thurgau, denn die Verbände sind unterschiedlich aufgestellt und bringen unterschiedliche Strukturen mit, weil sie unterschiedliche Arten von Mitgliedern haben und unterschiedlich organisiert sind. Der Präsident des AGV Südthurgau ging ebenfalls auf die nationale Entwicklung der Wirtschaft ein und betonte: «Die prosperierende Pharmaindustrie verfälscht das Bild.»

Trotz aller Schwierigkeiten war 2016 für den AGV Südthurgau aber kein schlechtes Jahr. Die Zahl der Mitgliederfirmen stieg von 79 auf 83 und ein Plus wurde auch bei den Lehrlingen sowie den Arbeitnehmern verzeichnet. Als erfreulich wurde mehrfach die Verleihung Top-Lehrlinge erwähnt. KMU-Präsident Clemens Albrecht warb für mehr Platzierungen von Lehrstellen auf der Plattform www.skills4u.ch . Der administrative Aufwand sei minimal.

Ein aktuelles Thema wurde in Affeltrangen gleich doppelt angesprochen: Das Energiegesetz, über das am 21. Mai abgestimmt wird. Thomas De Martin bedauerte, dass es die wirtschaftsnahen Parteien nicht mehr schaffen, eine gemeinsame Parole zu fassen. Als Gast war SVP-Nationalrat Hansjörg Walter eingeladen. Sein Referat hatte den Titel «Energiegesetz – Pro und Contra». Er kam zum Schluss, dass es zu Rechtsunsicherheit in der Wirtschaft führe. Beide lehnten das Gesetz ab.

Versammlung und Referat war eine Führung durch den Betrieb der Prematic AG vorangegangen. Aber auch der gemütliche Teil zum Schluss kam für die rund 70 zur Versammlung erschienenen Mitglieder nicht zu kurz.