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WÄNGI: Der lange Schatten der Textilindustrie

Die Webmaschinen rattern längst nicht mehr, doch die Fabrik steht immer noch prominent am Ortseingang. Nun stehen auf einem Teil des Areals Veränderungen an.
Olaf Kühne
Die Parzelle mit den Lagerhäusern, zwischen Murg und Wilerstrasse, soll an der Gemeindeversammlung umgezont werden. (Bild: Olaf Kühne)

Die Parzelle mit den Lagerhäusern, zwischen Murg und Wilerstrasse, soll an der Gemeindeversammlung umgezont werden. (Bild: Olaf Kühne)

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

Sie steht für den Niedergang der Schweizer Textilindustrie. Einst war die Weberei Wängi die bedeutendste Arbeitgeberin in der Gemeinde. Doch als das bereits marode Unternehmen in den 1990er-Jahren von der Konkurrenz, der Turbenthaler Boller Winkler AG, übernommen wurde, war das Ende nicht mehr abwendbar. Hiesige Managementfehler und die Qualitätssprünge der asiatischen Textilindustrie sorgten für das Aus der Hinterthurgauer Baumwollweberei.

Wie Zeitzeugen stehen die Fabrikations-, Verwaltungs- und Lagergebäude nach wie vor am südlichen Ortseingang Wängis. Die nicht gerade schmucken ­Fabrikhallen nördlich der Wiler­strasse dürften der Gemeinde noch einige Zeit erhalten bleiben. Hingegen kommt nun Bewegung in das Areal zwischen Wilerstrasse und Murg, wo die einstigen ­Lagerhallen stehen. An ihrer Gemeindeversammlung vom 20. Februar befinden die Wängemer Stimmbürger über die Umzonung der Parzelle. «Nur darum geht es in diesem ersten Schritt», betont Gemeindepräsident Thomas Goldinger. «An der Gemeindeversammlung stimmen wir nicht über ein Bauprojekt ab, und es wird auch keine Architekturmodelle oder dergleichen zu sehen geben.»

Das Hauptgebäude ist denkmalgeschützt

Die fragliche Parzelle 238 befindet sich derzeit in der Industriezone. Erteilen die Wängemer dem Antrag ihres Gemeinderates ihren Segen, wird daraus eine sogenannte Wohn- und Gewerbezone WG3. Sprich, der künftige Bauherr kann dereinst dreigeschossige Wohn- und Geschäftsliegenschaften erstellen. Da Wängi mit Gewerbeliegenschaften schon gut bestückt ist, kann realistischerweise davon ausgegangen werden, dass auf dem Areal künftig, zumindest mehrheitlich, Wohnungen stehen werden – zumal sich die Parzelle an einer hervorragenden Lage befindet. Im Süden fliesst die Murg, auf der anderen Strassenseite hält die Frauenfeld-Wil-Bahn, und Einkaufsmöglichkeiten sowie Schulen liegen in Fussdistanz. Die nahe Autobahneinfahrt tut ihr Übriges. Stehen bleiben wird einzig das gemauerte Hauptgebäude der Lagerhallen am Nordende der Parzelle, es ist denkmalgeschützt. Die Holzbauten verschwinden hingegen.

Die Bagger fahren aber noch eine ganze Weile nicht auf. Nach der Umzonung steht der Gestaltungsplan an. Details wie Erschliessung des Areals oder die Anpassung der Gebäude an das Ortsbild werden in dieser Phase erarbeitet, voraussichtlich 2018. Erst danach kann ein Baugesuch eingereicht werden, frühestens 2019. «In all diesen Schritten bestehen Einsprachemöglichkeiten», sagt Gemeindeschreiber Timo Bär. «Deshalb ist dieser Zeitplan noch sehr vage.»

Konkret sind hingegen die Absichten der Investorin. Die St. Galler WIM AG Immobilien steht in Verhandlungen mit der Eigentümerin Boller Winkler. Das Familienunternehmen aus Wittenbach war und ist bereits mehrfach im Thurgau aktiv. ­ So fungierte die WIM AG für das Kreuzlinger Geschäftshaus «Gleis eins» als Bauherrenvertreterin, in Dussnang entwickelte das Unternehmen die Wohnüberbauung «Entenbach».

Und auch wenn bis zum Spatenstich in Wängi noch Jahre ins Land ziehen werden, ist Gemeindepräsident Goldinger dennoch zufrieden. «Wir begrüssen es sehr, dass auf dem Areal endlich etwas geht.»

Hinweis

Die Versammlungen der Politischen und der Schulgemeinde Wängi finden am Montag, 20. Februar, ab 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle statt.

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