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WÄNGI: Als die Telefonnummern noch zweistellig waren

Die Ausstellung im Ortsmuseum Adlerscheune setzt sich mit der Geschichte auseinander. Sie umfasst 1200 Jahre Wängi und 50 Jahre Politische Gemeinde.
Maya Heizmann
Hermann Stamm, Präsident des Stiftungsrats Ortsmuseum Wängi, lauscht dem Minnegesang aus der Ritterzeit, neben ihm steht Hansjörg Aeber-hard, Kurator der Ausstellung. (Bild: Maya Heizmann)

Hermann Stamm, Präsident des Stiftungsrats Ortsmuseum Wängi, lauscht dem Minnegesang aus der Ritterzeit, neben ihm steht Hansjörg Aeber-hard, Kurator der Ausstellung. (Bild: Maya Heizmann)

Maya Heizmann

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Die Sonderausstellung der Stiftung Ortsmuseum Wängi verspricht den Besuchern eine interessante Reise durch die Geschichte. «Das Thema wählten wir aufgrund des diesjährigen Jubiläums 1200 Jahre Wängi», sagt Kurator Hansjörg Aeberhard.

Die Themen sind zeitlich geordnet. Sie beginnen bereits vor 12000 Jahren am Ende der letzten Würmeiszeit mit Findlingen aus Kieselkalk vom Säntis, Glaukonit Quarz von Buchs und Graniten. Ein grosser Findling steht auf dem Pausenplatz des Steinlerschulhauses. Vor tausend Jahren und mehr streunten noch Elche durch Wängi, das bezeugt ein schönes Elchgeweih, das im Feuchtgebiet bei Möriswang gefunden wurde. Einige Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter zeigen menschliche Spuren der ersten Besiedlung auf. Die Römer erstellten beim Bommershüsli eine Bleiwasserleitung, eine Münze trägt das Bildnis von Kaiser Marc Aurelius. Die erste schriftliche Erwähnung von Wengiu, wie Wängi damals bezeichnet wurde, zeigt die Urkunde aus dem Jahre 818 nach Christus. Das originale Schriftstück ist im Archiv des Klosters St. Gallen untergebracht.

24 Tonnen Stein für das Mosaik der Kirche

Die Besucher können dem Minnegesang der Ritter von Wengen aus dem Mittelalter lauschen. Das Liebeslied gibt einen Einblick in die Bräuche der Ritterzeit. Ein weiteres Thema ist dem Glauben und den Kirchen gewidmet. Bis zum Jahre 1958 wurde die heutige evangelische Kirche von den reformierten und katholischen Gläubigen gemeinsam genutzt. In dem Neubau der katholischen Kirche wurden 24 Tonnen Steine für das Mosaik verwendet. Die Verkehrswege von Zürich bis St. Gallen von anno dazumal führten bis 1842 nicht über Wängi, sondern über die Hügel von Tuttwil und Lachen. Damals gab es Pferdewechselstationen, Strassenzoll und viele Gasthäuser. Das erste Telefon in Wängi stammt aus dem Jahre 1896 mit insgesamt 38 Anschlüssen. Das konnten sich nur die reichen Leute leisten. Bereits 1928 gab es 50 Abonnenten, 1945 waren es 145. Tierarzt Schönenberger hatte die zweistellige Telefonnummer 42.

Ein weiteres Thema umfasst die Weberei Wängi. 1957 arbeiteten 456 Angestellten in dem Betrieb, das heisst jeder zehnte Einwohner von Wängi. Ein besonderes Ereignis aus Wängemer Sicht zeigen die Presseartikel, die beschreiben, wie Hansjörg Walter auf das Amt des Bundesrates verzichtet. «Um 10.01 Uhr war der Mist geführt», heisst es dort. «Das Auffinden und Zusammenstellen der Dokumente hat Spass gemacht», sagt Kurator Hansjörg Aeberhard. Unterstützt wurde er dabei von Hermann Stamm, Präsident des Stiftungsrats Ortsmuseum Wängi.

Hinweis

Die Ausstellung ist jeweils am ersten Sonntag des Monats (6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. September und 7. Oktober) von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet. Am 12. Juni und 20. September gibt es jeweils ab 19 Uhr eine Führung.

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