Wachstum bringt Platznot

Der Platzmangel an der Stettfurter Schule soll mit Räumen im Gemeindezentrum gelindert werden. Doch eine neue Turnhalle ist unumgänglich.

Claudia Koch
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Raumplaner Hanspeter Woodtli erklärte die Bevölkerungsentwicklung. (Bild: Claudia Koch)

Raumplaner Hanspeter Woodtli erklärte die Bevölkerungsentwicklung. (Bild: Claudia Koch)

STETTFURT. Was allgemein bekannt ist, wurde an der Infoveranstaltung deutlich vor Augen geführt: In der Schule Stettfurt ist es zu eng. Es fehlen nicht nur Gruppenräume, drei der sechs Klassenzimmer sind zu klein und einem der beiden Kindergärten fehlt der Aussenbezug. Zudem entspricht die Turnhalle, die von der Schule und von Vereinen genutzt wird, in keiner Weise der Norm. Verschärft hat sich die Situation, seit sechs Schulklassen geführt werden. «Stettfurt erlebte ein höheres Wachstum als andere Gemeinden», sagte Hanspeter Woodtli. Er ist Raumplaner von Strittmatter Partner AG und hat nach einem Treffen mit der Schulbehörde und einem Vertreter der politischen Gemeinde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Drei Varianten

Eine verbindliche Prognose zur Bevölkerungsentwicklung zu erstellen sei schwierig, so Woodtli. Man gehe jedoch davon aus, dass bald eine Obergrenze erreicht wird und die Schülerzahl bis 2030 nur noch leicht ansteigt. Deshalb möchte man mit den vorhandenen Räumlichkeiten arbeiten. «Die Eigentumsverhältnisse der Schule sind ideal und Platzreserven vorhanden», so Woodtli. Das Sechs-Klassen-System soll beibehalten werden. Um die kantonalen Vorgaben punkto Raumangebot zu erfüllen, sind bauliche Massnahmen unumgänglich.

Woodtli präsentierte drei Varianten, wobei alle das Gemeindezentrum (GZ) zu einem Schulhaus umfunktionieren. Das über 200jährige Schulhaus soll als Verwaltungsgebäude genutzt werden. Die Minimalvariante begnügt sich mit dem Umbau des GZ, was jedoch den Platzbedarf nicht vollständig deckt. Bei der mittleren Variante soll östlich an das GZ ein Anbau für ausreichend Platz sorgen, und die Maximalvariante sieht gar eine Vergrösserung des neuen Schulhauses mit einer Raumreserve vor.

Steuerfuss wird steigen

Was bei allen drei Varianten notwendig wird, ist der Neubau einer Turnhalle. Denn die bisherige Halle im GZ ist zu klein und zu niedrig. Dies sagte auch Petra Näpflin, Präsidentin des Jugendturnvereins Stettfurt. «Ich kann aus Platzgründen keine Geräte aufstellen und gleichzeitig ein Spiel zum Aufwärmen durchführen.» Sie plädiert für eine Einfach-Turnhalle. Eine Kostenschätzung geht von 3,54 Millionen Franken für die einfachste und von 6,69 Millionen für die umfangreichste Variante aus – einschliesslich neuer Turnhalle. Für die Finanzierung rechnet die Studie damit, dass der Steuerfuss um drei Prozentpunkte erhöht werden muss.

In den nächsten drei Monaten können Bevölkerung und Vereine im Rahmen einer Vernehmlassung ihre Meinungen äussern. Im April soll ein Projektierungskredit zur Abstimmung kommen.