«Vorwürfe sind völlig haltlos»

Thomas Hangartner, der ehemalige Präsident der Verkehrskadetten Thurgau, erklärt, weshalb er an der GV am Wochenende den Bettel hingeworfen hat.

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Verkehrskadetten im Einsatz. (Bild: Bildarchiv: sb)

Verkehrskadetten im Einsatz. (Bild: Bildarchiv: sb)

Der Präsident der Verkehrskadetten Thurgau eröffnete am Samstag die GV, gab seinen Rücktritt bekannt und verliess den Raum (die TZ berichtete). Im Interview erklärt er, wie es dazu kam.

Herr Hangartner, warum haben Sie den Bettel hingeworfen?

Thomas Hangartner: Das habe ich gar nicht getan. Der Vorstand hat mich im Vorfeld aufgefordert, mein Amt niederzulegen. An der GV bin ich seinem Wunsch gefolgt.

Es haben übrigens zwei Vorstandsmitglieder gar nicht erst an der GV teilgenommen, weil sie mit dem Vorgehen des Vorstandes nicht einverstanden waren.

Wie ist es so weit gekommen?

Hangartner: Es gab persönliche Differenzen zwischen mir und den Abteilungsleitern. Mit ihrer Kündigung haben sie den Vorstand gegen mich mobilisiert. Weiter will ich mich dazu nicht äussern. Ich will keinen Staub mehr aufwirbeln.

Was ist dran an den Vorwürfen der beiden Abteilungsleiter?

Hangartner: Sie sind völlig haltlos. In den zwei Jahren, in denen ich als Präsident amtete, hat der Vorstand nie Beanstandungen an meiner Arbeit an mich herangetragen. Sicher kann man über gewisse Entscheidungen geteilter Meinung sein. Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler. Es ist aber in der Regel nicht nötig, das in der Öffentlichkeit auszutragen.

Was haben Sie unternommen, um die Situation zu retten?

Hangartner: Ich habe beispielsweise zu einem runden Tisch eingeladen. Die beiden Abteilungsleiter sind aber nicht erschienen. Sie haben sich anschliessend zu einer geheimen Vorstandssitzung getroffen und dort in meiner Abwesenheit meinen Rücktritt beschlossen. Neben mir wurden zwei weitere Vorstandsmitglieder nicht eingeladen. Der Vorstand war bei diesem Beschluss also nicht komplett.

Wie geht es jetzt weiter?

Hangartner: Ich hätte dem Verein das alles gerne erspart. Deshalb habe ich an der GV meinen Rücktritt bekanntgegeben, ohne ein weiteres Wort über die internen Vorfälle zu verlieren. Ich hoffe nun, dass bald Ruhe einkehren wird. Ich wünsche dem Verein alles Gute. Er hat mir sehr am Herzen gelegen, sonst wäre ich nicht 25 Jahre lang Mitglied gewesen.

Interview: Marina Winder