Vortraben bei der Tierärztin

Bevor die Schweizer Meisterschaft im Gespannfahren stattfinden kann, müssen alle 120 Pferde und Ponies von einer Tierärztin begutachtet werden. Wer nicht fit genug ist, hat den langen Weg nach Frauenfeld umsonst zurückgelegt.

Aylin Erol
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Zuerst überprüft Muriel Federici gemeinsam mit Jurypräsident Hanspeter Rüschlin den Pass des Pferdes. Dann muss es den kleinen Parcours zurücklegen. (Bild: Andrea Stalder)

Zuerst überprüft Muriel Federici gemeinsam mit Jurypräsident Hanspeter Rüschlin den Pass des Pferdes. Dann muss es den kleinen Parcours zurücklegen. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Mit geflochtener Mähne und geflochtenem Schweif standen die Pferde auf der Strasse in der grosse Allmend bereit. Sie mussten sich der wichtigsten Prüfung vor dem Beginn der Schweizer Meisterschaft im Gespannfahren stellen. Denn wer den Vet-Check nicht besteht, darf nicht am Wettkampf teilnehmen. Tierärztin Muriel Federici überprüfte am Donnerstag alle 120 Pferde, die dieses Wochenende um den Meistertitel kämpfen möchten.

Ungewohnte Situation

Auf der Teerstrasse vor der Rennbahn hatten Helfer einen kurzen Parcours aufgestellt, welchen die Teilnehmer mit ihren Pferden im Schritt und Trab absolvieren mussten. «Manche Pferde sind nervös, weil sie hauptsächlich im Vier-Gespann trainieren, deshalb ist es seltsam für sie, alleine zu traben», erklärt Hansruedi Bättig, Mitglied im Organisationskomitee.

Tierärztin Muriel Federici kontrolliert zuerst den Pass jedes Pferdes. «Im Pass befindet sich ein gezeichnetes Bild des Pferdes mit seinen Abzeichen und Wirbeln, damit keine Verwechslungsgefahr besteht», sagt Karin Forrer, Mitglied im Organisationskomitee. Nach der Ausweiskontrolle muss jenes Pferd unter dem strengen Blick von Muriel Federici den Parcours absolvieren.

«Für mich ist deutlich zu erkennen, ob ein Tier eine Lahmheit im Trab oder Schritt aufweist», sagt die Fachärztin für Pferde, Muriel Federici. Ihre Beobachtung gibt sie dem Jurypräsidenten Hanspeter Rüschlin weiter. «Dieser entscheidet dann darüber, ob das Pferd starten darf oder nicht», sagt Karin Forrer, Mitglied im Organisationskomitee.

Drei Überprüfungen

«Da der Parcours auf dem Teer stattfindet, ist leicht zu hören, wenn das Tier einen unregelmässigen Trab hat», erklärt Karin Forrer. Ziel des Vet-Checks sei herauszufinden, ob die Tiere fit genug sind, um am Wettkampf teilzunehmen. Die Überprüfung des Pulses werde erst nach der Kategorie «Marathon» am Samstag vorgenommen.

«Die Durchführung einer Doping-Kontrolle für Mensch sowie Tier findet mit Stichproben statt», erklärt Forrer. Da in der Kategorie «Dressur» am Freitag ein ruhiges Pferd von Vorteil für die Bewertung ist, gelten als Doping sowohl Aufputsch- als auch Beruhigungsmittel.

Am Donnerstag galt das Überprüfen allerdings nur dem Tab der Tiere. Und sowohl Teilnehmer als auch die Organisatoren konnten sich freuen. Muriel Federici: «Alle Pferde sind gesund und dürfen morgen starten.»