Vorsorge macht vieles einfacher

Mit Blick auf das neue Erwachsenenschutzrecht, welches 2013 in Kraft tritt, lanciert Pro Senectute auch im Thurgau den «Docupass». Damit besteht schweizweit erstmals eine Gesamtlösung für alle persönlichen Vorsorgedokumente.

Mathias Frei
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Der «Docupass» der Pro Senectute kann im Falle eines Falles für Klarheit sorgen. (Bild: Donato Caspari)

Der «Docupass» der Pro Senectute kann im Falle eines Falles für Klarheit sorgen. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. «Mit einfachen Massnahmen kann man viel für die Zukunft bewirken», erklärt die Geschäftsführerin der Pro Senectute Thurgau, Ursula Dünner. So habe man auch die Gewissheit, dass den persönlichen Vorstellungen entsprochen und Anordnungen Folge geleistet werde, falls man eines Tages nicht mehr über die nötige Urteilsfähigkeit verfüge oder im Todesfall.

Auslöser: Neues Gesetz

Mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht, das per 1. Januar 2013 in Kraft tritt, wird dem Individuum mehr Persönlichkeitsschutz und Selbstbestimmung zugesprochen. Diese Gesetzesrevision nahm Pro Senectute Schweiz zum Anlass, den «Docupass» zu konzipieren, eine Komplettlösung der persönlichen Vorsorge bestehend aus Patientenverfügung, Anordnungen für den Todesfall und Vorsorgeauftrag, was den Schriftenverkehr und finanzielle Belange betrifft. Zudem kann dem «Docupass» auch ein Testament beigefügt werden.

Offiziell wird der «Docupass» im Thurgau erst am nationalen Tag des Alters am 1. Oktober lanciert. Bei den acht Beratungsstellen und der Geschäftsstelle von Pro Senectute Thurgau befindet er sich schon jetzt im Verkauf (à 19 Franken). «Und die Leute stürzen sich auf dieses neue Angebot», sagt Geschäftsführerin Dünner.

Neben insgesamt 16 Seiten, die es für den vollständigen «Docupass» zu bearbeiten gilt, liegen auch eine Informationsbroschüre und ein Vorsorgeausweis für das Portemonnaie bei. «Die Beratung, welche Pro Senectute Thurgau anbietet, ist zentral für die Auseinandersetzung mit der persönlichen Vorsorge», erklärt Ursula Dünner. Für eine Erstinformation sei mit einer Stunde zu rechnen, werde der «Docupass» grad im Beratungsgespräch ausgefüllt, empfiehlt Dünner mehrere Sitzungen, welche notabene allesamt kostenlos sind für Menschen ab dem 60. Lebensjahr. «Je detaillierter und klarer die Bestimmungen festgehalten sind, umso einfacher ist ihr Vollzug», erklärt Dünner.

Nicht weniger wichtig ist der Vorsorgeausweis im Kreditkartenformat, der einen im unvorhersehbaren Unglücksfall als «Docupass»-Inhaber kennzeichnet. Neben dem Wissen um das Vorhandensein müsse der «Docupass» auch schnell verfügbar und einsehbar sein, so Dünner. Sie empfehle, die Dokumente in mehrfacher Ausführung abzulegen, sei dies zum Beispiel beim Zivilstandsamt, dem Hausarzt oder auch bei der persönlichen Kontaktperson. In Zukunft soll ebenfalls ein digitaler Speicherort zur Verfügung stehen sowie die Möglichkeit eines Eintrags auf der Krankenversicherungskarte.

Notar sichert ab

Obwohl der unterschriebene «Docupass» an sich schon ein rechtsgültiges Dokument ist, empfiehlt Pro Senectute zusätzlich eine notarielle Beglaubigung. Sicher ist sicher. Des weiteren macht es Sinn, die Dokument regelmässig zu aktualisieren.

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod sei nicht immer ganz einfach, Vorsorgemassnahmen schiebe man lange vor sich her – bis es dann vielleicht zu spät sei, sagt Ursula Dünner. Dabei könnten den Angehörigen mit dem «Docupass» viele schwierige Entscheide im Falle eines Falles abgenommen werden.