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Vorerst keine weitere Handyantenne

SIRNACH. Der Mobilfunkanbieter Orange will an der Wilerstrasse in Sirnach einen Sendemast bauen. Die Gemeinde lehnt das Baugesuch ab und bezeichnet die Gründe für das Vorhaben als «vorgeschoben». Orange wehrt sich dagegen nun beim Kanton.
Olaf Kühne

«Die Gesuchstellerin konnte den Bedürfnisnachweis nicht erbringen», schreibt die Baufachkommission der Gemeinde Sirnach in ihrem Entscheid. Das Gremium lehnt damit ein Baugesuch der Orange Communications SA ab. Der Lausanner Mobilfunkanbieter will seit Dezember 2011 an der Wilerstrasse einen 25 Meter hohen Sendemast errichten.

Wem dient die Antenne?

Das Thema ist in Sirnach ein Dauerbrenner. Auch an der Fischingerstrasse will Orange seit drei Jahren bauen. Mit der Begründung, die Lausanner wollten primär die nahe Bahnlinie und weniger das Wohngebiet versorgen, wehren sich auch dort Anwohner gegen das Vorhaben. Bislang erfolglos bis vor das Thurgauer Verwaltungsgericht. Im August haben 19 Unterzeichnende das negative Urteil an das Bundesgericht weitergezogen. Wie es weitergeht, ist derzeit offen.

Im aktuellen Fall an der Wilerstrasse ist die Fragestellung die selbe: Wem dient die Antenne? 28 Einsprecher sind überzeugt, auch hier wolle Orange in erster Linie die Bahnpassagiere versorgen. Orange-Mediensprecherin Marie-Claude Debons widersprach dieser Einschätzung schon letztes Jahr. «Wir brauchen beide Antennen, um Sirnach versorgen zu können», sagte sie damals auf Anfrage unserer Zeitung. «Die an der Fischingerstrasse für den südwestlichen Dorfteil, die an der Wilerstrasse für den Nordosten.»

Nachweis nicht erbracht

Debons führte ins Feld, dass moderne Smartphones mit Internetzugang und der neue Mobilfunkstandard UMTS ungleich höhere Bandbreiten für die Datenübertragung erfordern als frühere Handys, mit denen man nur telefonieren und SMS verschicken konnte. Eine Argumentation, der die Sirnacher Baufachkommission nicht folgen mochte.

Sie macht in ihrem ablehnenden Bescheid geltend, dass das angrenzende Wohngebiet bereits durch Orange abgedeckt sei. Ein Bedürfnisnachweis seitens des Mobilfunkanbieters sei deshalb erforderlich. Dieser sei aber nicht erbracht worden. Oranges Begründung bezüglich der Versorgung des Dorfes bezeichnet die Kommission gar als «vorgeschoben».

Genau wie der geplante Sendemast an der Fischingerstrasse dürfte nun auch derjenige an der Wilerstrasse Behörden und Justiz für längere Zeit beschäftigen. Orange-Mediensprecherin Therese Wenger bestätigte gestern, dass das Unternehmen gegen die Ablehnung seines Baugesuches beim kantonalen Departement für Bau und Umwelt fristgerecht Rekurs einlegen werde.

Noch drei Instanzen

Im Falle der Fischingerstrasse kippte diese Instanz vergangenes Jahr einen ablehnenden Entscheid der Gemeinde Sirnach. Verläuft die Geschichte nun ähnlich – worauf vergleichbare örtliche und technische Parameter hindeuten – verbleiben den Sirnacher Einsprechern dereinst Verwaltungs- und Bundesgericht als weitere Instanzen.

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