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Vorerst die Qual der Wahl

Sieben machbare Varianten für eine kleinräumige Stadtentlastung haben Stadt und Kanton gestern präsentiert. Kostenpunkt: zwischen 27 und 128 Millionen. Bis Ende 2019 soll ein Vorprojekt stehen.
Mathias Frei
An der gestrigen Pressekonferenz: Stadtingenieur Thomas Müller, Stadtrat Urs Müller (Departement für Bau und Verkehr), Stadtpräsident Anders Stokholm, Regierungspräsidentin Carmen Haag (Department für Bau und Umwelt), Kantonsingenieur Andy Heller und sein Stellvertreter Benedikt Eberle. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

An der gestrigen Pressekonferenz: Stadtingenieur Thomas Müller, Stadtrat Urs Müller (Departement für Bau und Verkehr), Stadtpräsident Anders Stokholm, Regierungspräsidentin Carmen Haag (Department für Bau und Umwelt), Kantonsingenieur Andy Heller und sein Stellvertreter Benedikt Eberle. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

7 aus 23: Das ist keine neue Zahlenlotto-Spielart. Am Anfang standen 23 Varianten für eine kleinräumige Stadtentlastung zur Diskussion. Nun, acht Monate später, liegt ein Kondensat von sieben ­Linienführungen vor. Gestern fand die Präsentation der Machbarkeitsprüfung statt. Und so viel sei gesagt: Alle sieben Varianten entsprechen der Zielvorgabe, die eine Entlastung des innerstädtischen motorisierten Individualverkehrs um 30 Prozent verlangt (siehe Zweittext).

Es geht um eine Lösung, «die wir selber realisieren können», wie Stadtrat Urs Müller als Departementsvorsteher Bau und Verkehr sagt. Das heisst: durch Stadt und Kanton. Denn die weiträumige Stadtentlastung in Form eines Westumfahrungstunnels von der Aumühle bis zum Messenriet – seit 2011 im Richtplan – erhält kaum vor 2030 finanzielle Unterstützung vom Bund. Der Tunnel hätte zwar eine Entlastungswirkung. Aber die Kosten von 220 bis 290 Millionen Franken sind im Vergleich zur Wirkung zu hoch. Deshalb wurde die Westumfahrung im Bundes-Agglomerationsprogramm der zweiten Generation zurückgestuft. 2015 erfolgte seitens Stadt und Kanton deshalb eine Strategieanpassung: Die grossräumige Stadtentlastung bleibt das langfristige Ziel, zusätzlich soll es aber nun eine kleinräumige Variante geben.

Am teuersten sind die beiden langen Tunnels

Bei den nun vorliegenden sieben Varianten gilt: je mehr Tunnel, desto teurer. Und weiter: «Linienführungen von Süden nach Westen haben einen hohen Nutzen und sind sehr wirksam», bilanziert Stadtpräsident Anders Stokholm. Die ausschliesslich oberirdischen Varianten von Süden nach Westen liegen zwischen 27 und 43 Millionen Franken. Die beiden Stadttunnels von Süden nach Norden respektive Osten kommen dagegen auf 128 respektive 108 Millionen zu stehen. Kostenmässig dazwischen liegen die Hybridvarianten von Süden nach Westen. Von Gesetzes wegen würde laut Kantonsingenieur Andy Heller die Kostenverteilung in dieser Grössenordnung so aussehen, dass die Stadt einen Drittel übernehmen muss, der Kanton zwei Drittel. Stadtpräsident Stokholm rechnet inklusive der flankierenden Massnahmen, dass wohl eher 40 Prozent der Kosten bei der Stadt hängenbleiben. Das wären für die günstigste Oberirdisch-Variante knapp elf Millionen, bei der Stadttunnel-Variante der IG Schmetterling würde der städtische Anteil 51 Millionen Franken betragen. Das sind grosse Zahlen, doch der neue Fokus auf eine kleinräumige Linienführung macht eine alte Hintertür neu auf: Bundesgelder im Rahmen des Agglomerationsprogramms der vierten Generation. Die Entlastungswirkung der oberirdischen Varianten ist gut bis sehr gut, zugleich liegen die prognostizierten Kosten markant tiefer als beim grossen Westtunnel. Bis in drei Jahren müssten Stadt und Kanton entsprechende Pläne beim Bund einreichen, in vier Jahren würde bekannt werden, ob Gelder aus Bern nach Frauenfeld fliessen. Eine Bundesbeteiligung würde bei 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten liegen. «Wir sind jetzt schon sportlich unterwegs und wir wollen es auch bleiben», sagt Stokholm. Beim von ihm präsentierten Zeitplan wäre eine Eingabe beim Bund durchaus möglich. Bis kommenden März wollen sich Stadt und Kanton auf eine oder maximal zwei Bestvarianten festlegen. Bis Mai 2018 soll eine ­öffentliche Vernehmlassung laufen. Bis Ende 2019 soll ein Vorprojekt erarbeitet werden. Für 2020 ist die Kreditbewilligung terminiert, einerseits durch den Gemeinderat und den Grossen Rat, andererseits auch über eine städtische sowie eine kantonale Volksabstimmung.

«Für uns ist klar: Eine Stadtentlastung ist notwendig», stellt Regierungspräsidentin Carmen Haag fest. Die Innenstadt leide schon heute unter Verkehrsengpässen. Und diese Situation werde sich in Zukunft noch verschärfen.

Innenstadt mit Tempo 30 und Halbanschluss in Pfyn

Für die Variantenabklärung wurde der durchschnittliche Werktagsverkehr von 2015 auf das Jahr 2035 hochgerechnet. Eine weitere Annahme ist der beste­hende Autobahn-Halbanschluss Pfyn. ­Zudem sind flankierende Massnahmen in Form vom Tempo 30 auf der Rhein-, Ringstrasse, Promenade, in der Vorstadt und auf dem Rathausplatz vorgesehen. In einer Vorauswahl wurden alle 23 Varianten auf ihre technische Machbarkeit, ihre Kosten, ihre Wirksamkeit und räumliche Lage beurteilt.

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