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VORBEREITUNG: «Männer trauen sich nicht, alle Fragen zu stellen»

Kinderkriegen ist Frauensache. Doch im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen beschäftigen sich Männer vermehrt mit ihrer Rolle bei Geburt und Familienleben. Unterstützende Angebote sind im Thurgau aber immer noch vor allem auf Frauen ausgerichtet.
Männer haben zwar ein umfassendes Wissen zu den Vorgängen bei der Geburt, aber weniger über ihre Rolle. (Bild: Michael Sohn/AP Photo)

Männer haben zwar ein umfassendes Wissen zu den Vorgängen bei der Geburt, aber weniger über ihre Rolle. (Bild: Michael Sohn/AP Photo)

Geburtsvorbereitungskurse werden hauptsächlich für Frauen angeboten. Für werdende Väter gibt es weniger Hilfestellung zu diesem einschneidenden Ereignis in ihrem Leben. «Normalerweise wird pro Kurs ein Abend zusammen mit den Männern organisiert», erklärt Claudia Heer, Leitende Hebamme am Kantonsspital Frauenfeld. Bei ihnen gebe es auch einen Wochenend-Intensivkurs für Paare. Einen Kurs alleine für Männer gibt es aber weder am Kantonsspital Frauenfeld noch in Münsterlingen. «Dabei ist das schon ein Thema. Wir haben das intern auch schon diskutiert und gefunden: Das wäre eine gute Idee», sagt Heer.

Die Hebamme hat das Gefühl, dass Männer sich nicht trauen, in einem Raum mit sechs oder acht Paaren gewisse Fragen zu stellen. «Zum Beispiel, ob man in der Schwangerschaft noch Sex haben darf und was mit den Brüsten der Frau während des Stillens passiert.» Männer haben zwar gemäss Heers Erfahrung ein umfassendes Wissen zu den Vorgängen bei der Geburt. Sie wüssten aber weniger, was sie tun können und wie sie beispielsweise reagieren sollen, wenn sie den Anblick der Geburt nicht ertragen. «Sie wollen sich nicht blossstellen. Es ist wohl eine Mischung zwischen Scham wegen des Themas und der Angst, Wissenslücken zu offenbaren.»

Claudia Heer hat schon von Hebammenkolleginnen gehört, dass Männer in privaten Kursen für ein einzelnes Paar ganz andere Fragen stellen. «Ich bin sicher, alleine unter Männern kämen nochmals andere Fragen.» Zentral dabei sei, dass ein Mann einen Vorbereitungskurs für werdende Väter halten müsste. Wie gross die Nachfrage nach einem solchen Angebot im Thurgau tatsächlich wäre, ist für Claudia Heer schwierig abzuschätzen. «Man müsste es versuchen, vielleicht ist es tatsächlich eine Marktlücke.»

Untervertreten sind Männer auch in der Mütter- und Väterberatung der Perspektive Thurgau. Obwohl Männer willkommen sind, stellt die stellvertretende Geschäftsleiterin Doris Grau­wiler fest, dass in der Mehrheit nach wie vor Frauen das Angebot in Anspruch nehmen. Eine Beratung explizit für Väter bietet die Organisation nicht an.

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

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