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Von Neugier getrieben statt Andacht

Collagen und neoimpressionistische Ölmalerei sind in der neuen Ausstellung der Stadtgalerie Baliere zu sehen. Katharina Clormann-Fierz zeichnet dafür verantwortlich. Heute ist Vernissage.
Mathias Frei
Die Künstlerin betrachtet eines ihrer Exponate. Im Hintergrund ein Ölbild und eine Collage (Bild: Mathias Frei)

Die Künstlerin betrachtet eines ihrer Exponate. Im Hintergrund ein Ölbild und eine Collage (Bild: Mathias Frei)

Am Anfang war die Ölmalerei. Und sie macht auch heute noch das Hauptwerk von Katharina Clormann-Fierz aus. Nicht weniger beachtenswert sind aber die Collagen der 70jährigen Winterthurerin, die ab heute und bis 23. Oktober in der Baliere zu sehen sind. Bildremixe, weil die Künstlerin zumeist eigene Ölbilder als Basis nimmt. «Manchmal sind Ideen vergangen», sagt sie. Dann erschafft sie aus dem Gewesenen Neues, bedient sich Bildern aus Zeitschriften, Zeitungen und anderen Druckwaren, manchmal sogar Fotos der Ölmalerei, sauber und geordnet abgelegt in ihrem Bildarchiv. Clormann-Fierz sucht die richtige Komposition. «Es wächst einfach», sagt sie. Dieser Akt sei ein lustvoller. Mit «Gwunder» und auf keinen Fall andächtig solle man sich ihre Bilder ansehen. Diesen Wunsch hat Clormann-Fierz verinnerlicht.

Auf den meist eher kühlen Ölfarben erschafft die Künstlerin kleine, wundersame Geschichten, oft mit Mensch und Getier, die sich einem aber selten im ersten Moment erschliessen. Die Pyritbilder sind aus Edelstein-Verkaufskatalogen, die Vögel entstammen zum Beispiel aus Silva-Punkte-Bildbänden. In einer Collage bringt sie Künstlerköpfe mehrerer Epochen zusammen – eine kunsthistorische Anlehnung der Textildesignerin, die sich an der Kunstgewerbeschule Zürich und in der Krefelder Meisterklasse für Textildesign ausgebildet hat. Später arbeitete sie in Frauenfeld 23 Jahre als Lehrerin für Malen und Zeichnen in der Erwachsenenbildung.

Aus einer Familie von Künstlerinnen

Vom Textildesign zur Ölmalerei sei es ein fliessender Prozess gewesen, sagt Clormann-Fierz. Dass sie einmal «etwas mit Malen» machen wollte, das habe sie schon im Alter von zwölf Jahren gewusst. Schon ihre Mutter war Porträtistin, und auch die Grossmutter war künstlerisch aktiv. Kunst liegt in der Familie.

Das lustvolle Moment von Clormann-Fierz beim Collagieren ist auch Teil ihrer Ölmalerei. Eben gerade der Neoimpressionismus, dem sie sich zuwendet, lässt das reine Abbilden hinter sich und fokussiert auf Farben, Licht und Stimmung. Das macht auch Clormann-Fierz. Sie arbeitet intuitiv, meistens in kühleren Farbtönen. Die Farbwahl unterliegt aber genauso wenig einer bewussten Idee wie die Wahl der Motive. «Fast alles ist schön. Fast alles ist wichtig», stellt die Winterthurerin fest. So lässt sie sich denn auch von der Alltagswelt inspirieren. Menschen, Landschaften oder Pflanzen – zum Beispiel in Nahaufnahme – zeigt sie in stimmiger Weise.

Rund 50 Exponate – Ölbilder und Collagen – hängen in der Baliere. Der grösste Teil ist neueren Datums. Sie brauche eine gewisse Spannung, sagt Clormann-Fierz. Deshalb geht sie mit ihrer Kunst ungefähr jedes zweite Jahr an die Öffentlichkeit.

Katharina Clormann-Fierz. Ölbilder und Collagen. Vernissage: heute, ab 19 Uhr. Ausstellung bis 23. Oktober. Offen: Fr 17 bis 20 Uhr, Sa 12 bis 16 Uhr, So 12 bis 16 Uhr, die Künstlerin ist während der Öffnungszeiten anwesend. Stadtgalerie Baliere.

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