Von Kampf will niemand reden

STETTFURT. Sechs Personen bewerben sich um die vier Sitze im Stettfurter Gemeinderat. Zwei davon sind bisherige Gemeinderäte und vier sind neue Kandidaten. Die Erweiterung des Schulhauses war ein Thema an der Podiumsdiskussion.

Regina Wiesendanger
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Die Stettfurter Kandidierenden (vorne): Daniela Burger (neu), Thomas Gamper (Gemeindeammann, bisher) und Marlise Bänziger (neu); hinten: Markus Bürgi (neu), Ueli Bachofen (bisher), Peter Reithaar (bisher) und Rainer Borcherding (neu). (Bild: Regina Wiesendanger)

Die Stettfurter Kandidierenden (vorne): Daniela Burger (neu), Thomas Gamper (Gemeindeammann, bisher) und Marlise Bänziger (neu); hinten: Markus Bürgi (neu), Ueli Bachofen (bisher), Peter Reithaar (bisher) und Rainer Borcherding (neu). (Bild: Regina Wiesendanger)

Zwei Frauen und vier Männer bewerben sich für die vier Sitze im bisher frauenlosen Gemeinderat von Stettfurt. Zur Wahl als Gemeindeammann stellt sich der bisherige Amtsinhaber Thomas Gamper. Die Ausgangslage im Wahlkampf für die Gesamterneuerungswahlen am 8. März verspricht ein spannendes Rennen. Obwohl: Das Wort Kampf mögen die Kandidaten nicht in den Mund nehmen und sie zeigen sich erstaunt darüber, «wie es in gewissen Gemeinden zu und her gehe».

Der Gemeindeverein organisierte am Donnerstagabend ein Wahlpodium, um die Kandidaten vorzustellen. Vereinspräsidentin Gabriela Holenstein moderierte durch den Abend. Zur Wiederwahl stellen sich die bisherigen Gemeinderäte Ueli Bachofen (59, Konstrukteur) und Peter Reithaar (56, Informatiker). Heinz Schaffer und Heinz Walter treten nicht mehr an. Neu kandidieren Marlise Bänziger, Rainer Borcherding, Markus Bürgi und Daniela Burger.

Was Menschen antreibt

«Mir geht der Schnauf nicht so schnell aus», sagt Markus Bürgi als Sportler und bezieht sein Statement gleichwohl auf das angestrebte Amt. Der 40jährige Rechtsanwalt ist verheiratet, Vater eines kleinen Sohnes und arbeitet in Frauenfeld. «Ich will mit Haut und Haaren leben, wo ich bin», sagt der 47jährige Rainer Borcherding. Für ihn, in Stettfurt aufgewachsen, sei klar, sich in öffentliche Ämter einzubringen. Er arbeitet als selbständiger Architekt im Ort und engagiert sich im Vorstand des Kultur-Kellers. «Vollgas – das bin ich», sagt Andrea Burger. Die 35jährige Pflegefachfrau mit Weiterbildung in Betriebswirtschaft ist verheiratet, hat kleine Kinder und arbeitet Teilzeit im Management Support, Ressort Pflege, im Spital Wil. Sie will sich einsetzen für Werte, die die Gemeinde ausmachen. «Es ist Zeit, dass auch hier eine Frau in den Gemeinderat einzieht», sagt die 52jährige Marlise Bänziger, Mutter eines erwachsenen Sohnes und Geschäftsfrau. Sie war zwölf Jahre lang Schulpräsidentin, ist heute im Vorstand der CVP-Frauen Thurgau und seit 2013 Präsidentin der CVP-Ortspartei Matzingen-Stettfurt-Thundorf.

Was ihnen wichtig ist

Wofür sich die Kandidaten konkret einsetzen wollen, fragte ein Anwesender aus dem Publikum. Wohnen im Alter und dass sich Familien das Leben im Dorf leisten können, ist für Bänziger wichtig. Die Schönheit des Dorfes und die Selbständigkeit der Gemeinde erhalten, stellt Borcherding in den Vordergrund. Für Burger haben Anliegen von Jungfamilien Priorität und Bürgi sieht notwendiges Engagement im Projekt der Schulraumerweiterung. Alterswohnungen planen, damit Einwohner im Dorf bleiben können – dafür engagiert sich Bachofen. Reithaar fokussiert auf eine gute Verdichtung in der bisher relativ lockeren Überbauung im Dorfzentrum und will Wohnraum schaffen.

Einig sind sich die Kandidaten in vielen Punkten: Dass Stettfurt als Gemeinde gut aufgestellt sei, funktioniere und viel Lebensqualität biete. Bezüglich Schulraumerweiterung scheiden sich die Geister. Als «klar positiv eingestellt» zeigt sich Bänziger. Sie sehe, dass es viel Geld koste, doch brauche es eine gute Schule. Auch Borcherding sieht das Projekt als Notwendigkeit an. Burger findet Kosten von fünf Millionen Franken nicht massvoll und will vor dem Bau klären, wie man als Dorf wahrgenommen werden wolle.

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