Von der Schulbank ans Lehrerpult

KREUZLINGEN. 109 Schüler und Schülerinnen der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen haben im Januar in verschiedenen Thurgauer Primarschulklassen unterrichtet. Im Rahmen ihrer vierjährigen Ausbildung absolvieren sie verschiedene Praktika, sogar in Klassen im Welschland oder Grossbritannien.

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Im Praktikum: PMS-Schülerin Lussja Krieger erklärt die Subtraktion. (Bild: pd)

Im Praktikum: PMS-Schülerin Lussja Krieger erklärt die Subtraktion. (Bild: pd)

In der Einschulungsklasse im Kreuzlinger Wehrli-Schulhaus ist die Betreuungsquote an diesem Dienstagnachmittag traumhaft. Vier Schüler sind in der Halbklasse, drei Lehrerinnen kümmern sich um sie. Die erfahrene Lehrerin Sabrina Lerch hat zwei Praktikantinnen der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (PMS) zu Gast. Lussja Krieger und Stephanie Elmer, beide aus der 4. Klasse der PMS, absolvieren hier ihren mittlerweile fünften Praxiseinsatz.

Grosser Rollenwechsel

Heute ist Minusrechnen dran. Geduldig erklären die beiden jungen Frauen immer wieder, was zu tun ist, bis endlich Schulschluss ist und nur noch die Hausaufgaben zu verteilen sind – noch mehr Minus-Aufgaben selbstverständlich. Für die beiden Praktikantinnen ist es ein grosser Rollenwechsel. Nach den drei Wochen vorne am Pult drücken sie demnächst wieder selbst in die Schulbänke.

Während ihrer ersten Praktika haben die Schülerinnen oft nur zugeschaut. Inzwischen aber sind sie fast fertig mit der Schule und nicht mehr so nervös, wenn sie vor einer Klasse stehen. Fachlich konnten sie sich an der PMS vorbereiten. «Wir wussten schon vorher, dass wir ein bestimmtes Thema in Mensch und Umwelt unterrichten sollen und was in Mathematik dran ist. Also haben wir eine Grobplanung gemacht und das Lehren im Didaktik-Unterricht geübt», sagt Lussja Krieger.

Wichtig für Berufswahl

Anstrengend sei das Praktikum, betont Stephanie Elmer. «Hier bin ich ständig unter Beobachtung und trage Verantwortung. Wenn ich als Lehrerin eine Lektion nicht ordentlich vorbereite, leiden alle mit. Als Schülerin habe nur ich allein ein Problem, wenn ich etwas vergessen habe.» Sie wollte schon immer Lehrerin werden. Das Praktikum hat sie in ihrer Absicht bestätigt. Lussja Krieger hingegen zweifelt. Sie wird sich wohl gegen ein Studium an der Pädagogischen Hochschule entscheiden. «Ich war nie so enthusiastisch, und durch die Praktika merkt man rechtzeitig, dass der Beruf nicht zu einem passt.»

Der Einsatz der Berufspraktikanten sei für die Schulkinder eine willkommene Abwechslung, sagt Lehrerin Sabrina Lerch. Sie beobachtet die Praktikanten, während sie unterrichten, und gibt ihnen danach eine Rückmeldung. Während der vierjährigen Ausbildung an der PMS kommen die Schülerinnen und Schüler immer wieder mit dem Arbeitsalltag eines Lehrers in Kontakt. «Spätestens nach dem letzten dreiwöchigen Praxiseinsatz sollten die jungen Menschen wissen, ob für sie die Arbeit als Lehrer in Frage kommt», sagt Hans Amrhein, Prorektor, zuständig für die Berufsbildung. (pd/red.)