Von Baumpythons bis zu Leopardgeckos

ESCHLIKON. Schlangen, Echsen, Spinnen und Schildkröten gab es an der Reptilienbörse in Eschlikon zu kaufen. Es kamen eingefleischte Freaks, aber auch viele Reptilien-Neulinge, die auf Tuchfühlung mit den unbehaarten Tieren gingen.

Brenda Zuckschwerdt
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Hilde Villars mit einer Boa Constrictor. (Bilder: Brenda Zuckschwerdt)

Hilde Villars mit einer Boa Constrictor. (Bilder: Brenda Zuckschwerdt)

Eschlikon. Bis Weihnachten muss sich Simon noch gedulden. Schwierig, wenn man von lauter Bartagamen umringt ist. Denn der 13-Jährige aus Stettfurt wünscht sich nichts sehnlicher als eine jener australischen Echsen mit den kurzen Beinen. Mit ihren vielen Stacheln findet er sie «echt cool». Seit einigen Monaten wälzt er Bücher, recherchiert im Internet und besucht Reptilienbörsen, wie die in Eschlikon. Seine Mutter Lise Kohli kann sich damit noch nicht so richtig anfreunden. Sie hätte lieber «ein Tier mit Fell» im Haus. Noch hofft sie, dass sich ihr Sohn zumindest für einen der Zwergbartagamen entscheidet.

Unkompliziert bis anspruchsvoll

Am Stand von Jules Toth lässt sich Simon beraten. Bartagamen, Kornnattern und Leopardgeckos bietet der Bischofszeller Jules Toth hier an, quasi «die Wellensittiche unter den Reptilien», wie er sagt. «Sie eignen sich auch für Anfänger.» Zu seinen Käufern zählen längst nicht mehr nur eingefleischte «Spinner», sondern Leute aus allen Schichten und Altersgruppen. «Meine älteste Kundin ist bereits 75 Jahre alt.»

Nicht jeder Anbieter kann sich leicht von seinen Tieren trennen. Er versuche stets, im Gespräch abzuklären, ob der potenzielle Käufer genügend Erfahrung habe, sagt ein Anbieter aus Hinwil. Seine Schlangen aus den Tropen seien nichts für Anfänger, Temperatur, Luftzufuhr, alles müsse stimmen. «Da kann man nachts nicht einfach das Fenster offen lassen.»

Warnung durch den roten Punkt

Dreimal im Jahr findet im Schlangenzoo Eschlikon eine Reptilienbörse statt. «Anbieter sind vor allem Privatpersonen, die hier ihre überzähligen Jungtiere verkaufen», sagt Hilde Villars, die den Schlangenzoo zusammen mit ihrem Mann Jean-Claude Villars leitet. Zu kaufen gibt es verschiedenste Reptilien, von der Baumpython für einige hundert Franken über eine Boa Constrictor für 160 Franken bis hin zum Bartagamen für 80 Franken. «Jööh», ruft ein Mädchen beim Anblick eines winzigen Geckos, während sie zu den behaarten Spinnen ein bisschen mehr Abstand wahrt. Ein unscheinbares Paar um die 50 kauft gerade eine Kornnatter, ein bulliger Kerl mit Tätowierungen verlässt die Börse mit zwei kleinen Echsen.

In die Behälter mit dem roten Punkt werfen manche eher kritische Blicke. Hier drin sind Giftschlangen, wer sie erwerben will, benötigt eine spezielle Haltebewilligung.

Keine Riesenschlangen

Riesenschlangen gibt es keine zu erwerben. «Die Chance, eine solche Schlange hier zu verkaufen, ist sehr gering», sagt Hilde Villars. Denn für ihre Haltung braucht es ein grosses Terrarium und eine Haltebewilligung, die das Veterinäramt erst nach vorgängiger Besichtigung ausstellt.

«Beisst Deine Schlange?», fragt Hilde Villars einen Schlangenzüchter, bevor sie fürs Foto eine Boa Constrictor aus dem Plastikgefäss hebt. Die Schlange ist zwar nicht giftig – ein Schlangenbiss schmerzt aber trotzdem. Vor allem aber sitze der Schreck tief, weiss Villars. «Wenn Schlangen zubeissen, dann tun sie das blitzschnell.»

Beliebt bei den Besuchern: Eine Australischer Bartagame wird hier von Jules Toth präsentiert.

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