Von allem zu viel

Turmspatz

Drucken
Teilen

In der Steckborner Stadtkasse herrscht Überfluss und in unserem Schrank stehen sich die Osterhasen herum. Nebst dem Überangebot an Essen waren über die Festtage auch zu viele Filme im Programm. «Für später», sagte Frau Turmspatz und nahm fleissig Krimis und Dokumentarfilme auf. Als grosser Karl-May-Fan klickte ich die drei neuen Streifen an, um sie mal in Ruhe anzuschauen. «Kino», sagt meine Frau nun jeden Abend, stellt eine Kanne Tee auf den Tisch und kuschelt sich in eine warme Wolldecke. Erst gibt es afrikanische Elefanten und Goldgräber im Amazonasgebiet, danach Leichen und Tatorte. Während die Kommissare Gangster jagen und die Spannung steigt, vertilgen wir Schokohasen. «Genug geschlemmt», sagt die Turmspätzin nach dem vierzigsten Opfer und geht ins Turnen. Endlich gehört die Fernbedienung mir. Indianer und Westmänner reiten über den Bildschirm.

Nach dem zweiten Film brauche ich frische Luft. Und da rieche ich es. Beim Flug über die Gegend sehe ich unzählige Feuer an den Hängen lodern, der Rauch nebelt die Gegend ein, kaum ein Obstbaum, der nicht eine eigene Finnenkerze bekommen hätte. «Überall Indianer», rufe ich meiner Frau zu, als sie vom Turnen zurückkommt. «Du schaust zu viele Filme», sagt sie, zeigt auf den Fernseher und dann auf mich, «zu viele Kalorien drin und draussen zu viele Minusgrade. Ab sofort ist Schluss damit!» Dann löscht sie alle Filme und plant das ‹Schweiz.bewegt›-­Wochenende mit viel Sport. Das haben wir jetzt von Ostern!