Vom Wissen der Forscher profitieren

Wenn sich KMU mit Hochschulen und Forschungsinstituten zusammentun, können Innovationen rascher und kostengünstiger umgesetzt werden: Das hat der gestrige Technologietag gezeigt.

Martin Sinzig
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Zeigten die Chancen der gemeinsamen Entwicklungsarbeit auf: (von links) Thomas Utz von der Fachhochschule St. Gallen, Andreas Knechtle von der Oerlikon Saurer Arbon AG und David Pekarek vom IRPD. (Bild: Martin Sinzig)

Zeigten die Chancen der gemeinsamen Entwicklungsarbeit auf: (von links) Thomas Utz von der Fachhochschule St. Gallen, Andreas Knechtle von der Oerlikon Saurer Arbon AG und David Pekarek vom IRPD. (Bild: Martin Sinzig)

kradolf-schönenberg. Der Thurgauer Technologietag selbst dürfe als Innovation gesehen werden, erinnerte Edgar Sidamgrotzki, Chef des Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), zum Auftakt an die bereits zehnjährige Geschichte dieser Veranstaltung. Sie wird seit Beginn vom Kanton, den Thurgauer Wirtschaftsverbänden sowie von der Thurgauer Kantonalbank als Sponsorin getragen.

Die passende Trägerschaft gehöre zum Erfolgsrezept des Technologietages, bestätigte Regierungsrätin Monika Knill in ihrer Grussbotschaft. Vor allem aber habe sich der Tag als Begegnungsplattform und als Impulsveranstaltung etabliert.

Wissen vermehren

Gut 200 Interessierte aus Industrie, Forschung und Politik liessen sich in der Halle der Interpars AG von Tagesmoderator Xaver Edelmann, Direktionsmitglied der Empa, auf das Thema «Innovation: Von der Idee zum Markterfolg» einstimmen.

Die Schweiz nehme im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung ein, dürfe sich aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Wissen sei der einzige Rohstoff, der durch Kommunikation vermehrt werde, betonte Fritz Fahrni, früherer Industriemanager und Professor für Technologiemanagement und Unternehmensführung. In einer komplexen Welt sollten sich Unternehmer in Sachen Innovation vermehrt nach aussen öffnen und über ihre Bedürfnisse sprechen.

Denn bereits heute seien die Ideen für morgen vorhanden, man müsse sie nur nutzen, ermutigte Fahrni die Besucher des Technologietages.

Die hohe Ausbildungsqualität sei ein Hauptgrund für die hervorragende Position der Schweiz im internationalen Vergleich, meinte Günther Schuh, Professor für Produktionssystematik und Produktionsmanagement an der RWTH Aachen.

KMU sollten die Chancen der Globalisierung nutzen, müssten dabei aber die komplexen Produktionsprozesse beherrschen, um mithalten zu können. Zudem sollten sich Mittelständler nicht nur mit Nischen zufriedengeben, sondern auch die Chancen der Massenproduktion prüfen.

Oerlikon Saurer machts vor

Verschiedene Praxisbeispiele zeigten, wie KMU, Hochschulen und Forschungsinstitute voneinander profitieren können.

Die Oerlikon Saurer Arbon AG tat sich mit dem ETH-nahen «institute for rapid product development» (IRPD) zusammen, um eine Kernkomponente für eine Stickmaschine zu entwickeln. Konkret ging es um einen Paillettenkanal für die Bestickung von Textilien mit Pailletten.

Grenzen erkennen

Das «Creative Prototyping» sei ein gutes Mittel, um rascher und günstiger Innovationen voranzutreiben, man müsse aber auch die Grenzen dieser Methode beachten, sagte Entwicklungsingenieur Andreas Knechtle von der Oerlikon Saurer Arbon AG.

Die Steckborner Nähmaschinenherstellerin Bernina AG arbeitete bei der Entwicklung optischer Sensoren mit dem Interstaatlichen Technikum Buchs zusammen. «Ich kann nur empfehlen, das Wissen der Hochschulen aufzunehmen und zu nutzen», ermunterte Michael König von der Bernina AG.

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