Vom Untersee auf die hohe See

Die Jugendsegler aus Steckborn wollen ihr ruhiges Gewässer verlassen. Sie wollen deshalb selbst einen hochseetüchtigen Katamaran bauen. Nun suchen sie einen Bauplatz und Sponsoren.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Das Team um Präsident Jürg Hochstrasser (Mitte) zeigt, wie der Katamaran einst aussehen soll. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Das Team um Präsident Jürg Hochstrasser (Mitte) zeigt, wie der Katamaran einst aussehen soll. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

STECKBORN. Seglerinnen und Segler vom Verein Jugendsegeln Steckborn (JSS) haben sich neue Ziele gesetzt. Neu ist dabei nicht alles, vieles bleibt am Untersee wie bisher: Freude am Segelsport fördern, Basisausbildung, eigene Segelflotte, Jugendliche an die Leiterausbildung heranführen. Neu ist, dass sie sich im neuen Verein «Jugend Meersegeln – Ocean Youth Sailing», kurz OYS genannt, Grosses vorgenommen haben. Nämlich auf hoher See zu segeln. «Wir bauen ein Schiff und segeln um die Welt», lautet die konkrete Aufgabe, die aber noch viel mehr beinhaltet.

Katamaran im Selbstbau

Um die Ziele zu erreichen, steht nun der Bau und Betrieb eines Hochseekatamarans mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen an (siehe Kasten). «Es ist die Fortsetzung des Jugendsegelns mit anderer Sichtweise auf die Welt. Damit machen die jungen Leute was Gescheites», sagt Jürg Hochstrasser, J+S-Leiter und Präsident von Jugendsegeln Steckborn und auch des neuen Vereins OYS. Hochstrasser segelt unter anderem mit Hochseeyachten und hat das Patent als Kapitän von Kursschiffen. Er ist zuversichtlich, dass das Projekt ein Erfolg wird, denn damit erhielten junge Leute eine Richtschnur, was Verantwortung und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen angehe.

Werft gesucht

Zum Kernteam gehören nebst Hochstrasser Nicola Möckli, Lukas Ruppen, Damian Ruppen, Franziska Straden, Lee Völker und Adrian Knöpfel. Bauleiter Lukas Ruppen bringt als ETH-Ingenieur Erfahrungen und Beziehungen aus unterschiedlichen Projekten mit. So hat er etwa bei der Konstruktion von Solar Impulse 2 oder bei der Segelyacht Volvo Ocean 65 mitgewirkt. Gesucht wird derzeit ein betonierter Baustandort zwischen Steckborn, Frauenfeld, Schaffhausen und Zürich. «Es sollte nicht mehr als eine Stunde Anfahrt bis zur Baustelle sein», betont Lukas Ruppen. Auf dem Platz wird ein Werftzelt plaziert.