Vom Unort zum gelobten Land

Die zweite Auszeichnung innert eines halben Jahres: Für den Murg-Auen-Park bekommt die Stadt vom Schweizer Heimatschutz den diesjährigen Schulthess-Gartenpreis zugesprochen.

Mathias Frei
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Vogelperspektive: ein kürzlich aufgenommenes Bild des 2015 eröffneten Murg-Auen-Parks. (Bild: Geotopo AG, Frauenfeld/ PD)

Vogelperspektive: ein kürzlich aufgenommenes Bild des 2015 eröffneten Murg-Auen-Parks. (Bild: Geotopo AG, Frauenfeld/ PD)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Dem Murg-Auen-Park sei Dank: Frauenfeld geniesst positive nationale Medienpräsenz. Das Schweizer Fernsehen und die grossen Schweizer Printmedien haben die Vergabe des aktuellen Schulthess-Gartenpreises in die Thurgauer Kantonshauptstadt vermeldet. Der Schweizer Heimatschutz verleiht diese Auszeichnung seit 1998. Es ist bereits der zweite Preis, der dem naturnahen Park an der Murg zuteil wird. Vergangenen Dezember zeichnete das renommierte Schweizer Architekturmagazin «Hochparterre» die Mitte 2015 eröffnete Grünanlage mit dem «Goldenen Hasen» in der Kategorie Landschaftsarchitektur aus.

«Der heutige Murg-Auen-Park war trotz seiner zentralen Lage bis vor kurzem ein vergessener Unort.» Das schreibt der bekannte Zürcher Landschaftsarchitekt Stefan Rotzler namens der Fachkommission Schulthess-Gartenpreis in der Preisträger-Publikation. «Eine inspirierte interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten, Landschaftsarchitekten und Ingenieuren, schliesslich eine Politik, die begeistert mitspielt», beschreibt Rotzler die Wandlung des Parks. Im Unschärfebereich zwischen Raumplanung, Forstgesetz und Gewässerschutz sei es gelungen, ein brachliegendes Gebiet zu einer Schlüsselstelle der künftigen Frauenfelder Stadtentwicklung zu machen.

Löst starke Erlebnismomente aus

Das «fröhliche Sowohl-als-auch», also «das Ineinandergreifen von Naturraum, Hochwasserschutz, Walderlebnis und intensiver Parknutzung», löst laut Landschaftsarchitekt Rotzler «direkte Emotionen» aus und schafft «starke Erlebnis- und Erinnerungsmomente für alle». Und er hält fest: «Wir hoffen, dass das gelungene Frauenfelder Beispiel Schule macht!»

Das Grusswort in der Preisträger-Publikation stammt von Regierungsrätin Carmen Haag (Department für Bau und Umwelt). Weitere Texte stammen von Frauenfelds Stadtbaumeister Christof Helbling, von Forstingenieur und Raumplaner Philipp Maurer, von Kulturjournalistin Karin Salm sowie von Katharina Edmaier und Claudia Moll vom Bundesamt für Umwelt.

Nicht verwunderlich, dass bei der Stadt Freude herrscht ob des neuerlichen Preises. Stadtpräsident Anders Stokholm wertet die Auszeichnung einerseits als Ehre, «andererseits danke und gratuliere ich allen, die an der Planung und am Bau dieser Freizeitoase beteiligt waren». Einen besonderen Dank richtet er an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die im November 2011 dem Kredit von 3,6 Millionen Franken zur Umwandlung des ehemals militärisch genutzten Geländes in einen naturnahen Stadtpark zugestimmt hatten.

Das Preisgeld von 25000 Franken stellt die Stadt für zukünftige gestalterische Elemente zurück. Laut Gestaltungsplan war mal ein Aussichtsturm angedacht, später jedoch wieder aus dem Projekt gefallen. Auch eine Orangerie beim Rossgunten wurde nicht realisiert. Weiter sahen erste Pläne fünf statt drei Brücken vor. «Wir müssen verdichten, denn wir dürfen nicht mehr weiter in die Breite bauen», sagt Stokholm, der vom Murg-Auen-Park als «grünen Finger» spricht, der in die Stadt hineinreicht. Und genau deshalb brauche es zwischen den verdichteten Gebieten auch Freiräume wie Plätze oder eben Parkanlagen.

Verleihung des Schulthess-Gartenpreises: Samstag, 13.Mai, Murg-Auen-Park. Ab 15 Uhr öffentliche Führungen durch den Park, ab 16 Uhr Festakt mit Vertretern des Schweizer Heimatschutzes, Regierungspräsidentin Monika Knill und Stadtpräsident Anders Stokholm, ab 16.45 Uhr Apéro.