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Vom Rheingletscher mitgebracht

FRAUENFELD. In der Pfaffenholz-Siedlung in Frauenfeld haben Bauarbeiter Findlinge ausgegraben, die der Rheingletscher vor 20 000 Jahren in Frauenfeld liegen liess. Einer davon ist ein besonders schöner Bündner Granit.
Thomas Wunderlin
Amtsleiter Raimund Hipp hat die beiden Findlinge unweit des Frauenfelder Kantonsspitals als Sandstein (links) und Granit identifiziert. (Bild: Reto Martin)

Amtsleiter Raimund Hipp hat die beiden Findlinge unweit des Frauenfelder Kantonsspitals als Sandstein (links) und Granit identifiziert. (Bild: Reto Martin)

Mehr als fünf Findlinge haben Bauarbeiter in den letzten anderthalb Jahren an der Frauenfelder Pfaffenholzstrasse ausgegraben. Die zwei grössten liegen nun am Stadtgartenweg oberhalb der Baustelle, wenige Meter neben dem Personalparkplatz des Kantonsspitals.

Beide messen rund drei Meter in einer Längsachse und sind geschätzte acht Tonnen schwer. Raimund Hipp, Leiter der Abteilung Natur und Landschaft im kantonalen Amt für Raumplanung, bestimmt auf Anfrage die Steine vor Ort. Beim einen handle es sich um «einen schönen weissen Granit». Ein solcher Findling sei «nicht so häufig». Zwar ist er noch von Dreck bedeckt; der Regen wird ihn abwaschen. Deutlich zu sehen sind dennoch die würfelförmigen Kalium-Feldspate, die zusammen mit dem Quarz und Glimmer den Granit bilden. Hipp ist sich sicher, dass der Granit aus dem Bünderland «hinter Chur» stammt.

Über 150 Kilometer gereist

Der Rheingletscher hat ihn vor rund 20 000 Jahren nach Frauenfeld geschleppt. Hipp hat eine Karte des Rheingletschers mitgebracht, die den Transportweg anschaulich macht. Der Granit-Findling hat mindestens 150 Kilometer Weg hinter sich, da der Gletscher via Rheineck ins Bodenseegebiet floss. Weniger weit gereist ist der zweite grosse Brocken, den Hipp als sehr harten Sandstein identifiziert. Wahrscheinlich kommt er vom Rorschacherberg. Nebst den Schleifspuren, die von den Bauarbeitern stammen, weist er gut erkennbaren Gletscherschliff auf. Dieser stammt daher, dass der Sandstein am Grunde des Gletschers mitgeschleift worden ist. Die Findlinge sollen auf einen Kinderspielplatz der Überbauung Pfaffenholz plaziert werden, sagt Hansjörg Schudel, Bauleiter der Firma Stutz. Findlinge seien bei grösseren Baustellen in hügeligem Gelände oft zu finden.

Für den Baufachmann bedeuteten sie Kosten, da sie transportiert werden müssen. Für den Architekt seien sie jedoch interessant, wenn man sie vor Ort verwenden könne.

Findlinge waren die ersten geschützten Naturobjekte, wie Hipp von der Abteilung Natur und Landschaft weiter erklärt. Findlinge hatten etwas Geheimnisvolles, weil man sich nicht erklären konnte, wie beispielsweise ein Stein aus dem Rhonetal ins Bernbiet gelangen konnte. Bauherren können heute damit weitgehend machen, was sie wollen. Zwar zählen sie zu den Naturdenkmälern, die das Natur- und Heimatschutzgesetz erwähnt. Um einen Findling zu schützen, muss jedoch ein Schutzakt vollzogen werden. Hipp meint, bei einer Grösse von mehr als zweieinhalb Metern in der Längsachse sollte sich der Finder bei der Gemeinde oder dem Kanton melden. Es sei schade, wenn Findlinge zerstört würden. Auch Beat Wyss vom Werkhof der Stadt Frauenfeld empfiehlt, Findlinge möglichst am Ort in einer Gartenanlage zu verwenden. «Wenn wir einen sehen, den wir brauchen können, fragen wir, ob wir ihn holen dürfen.»

Mit Plakette versehen

Für Findlinge gebe es unterschiedliche Verwendungen. Manchmal werden sie an einem öffentlichen Ort aufgestellt und mit einer Plakette versehen, die auf die Herkunft verweise.

Ein Stein mit Täfelchen liegt in Frauenfeld unterhalb des Schlosses neben dem Anschlagkasten des Kinos. Es ist ein roter Verrucano aus Lenzerheide.

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