Voll auf Risiko mit «Beckmarti»

BERLINGEN. Joachim Bauer, Präsident des Verkehrsvereins Berlingen, hat die Spielregeln fürs Bethlen festgehalten: Bethlen kann man zu dritt, zu viert oder zu fünft und, wenn es unbedingt sein muss, sogar zu sechst. Ideal sind fünf Teilnehmer, weil das Spiel dann am interessantesten wird.

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BERLINGEN. Joachim Bauer, Präsident des Verkehrsvereins Berlingen, hat die Spielregeln fürs Bethlen festgehalten: Bethlen kann man zu dritt, zu viert oder zu fünft und, wenn es unbedingt sein muss, sogar zu sechst. Ideal sind fünf Teilnehmer, weil das Spiel dann am interessantesten wird. Gespielt wird nur mit den Karten vom Zehner an aufwärts. Jeder Spieler legt einen Einsatz in den Topf. Das können 30, 50 oder mehr Rappen sein – wesentlich ist, dass der Topfbetrag am Schluss durch die Anzahl der Spieler teilbar ist.

Stock, Pott und Küche

Wer zuerst gibt, spielt keine Rolle, abgehoben wird nicht. Der Geber legt einen zusätzlichen Einsatz in den Pott und teilt jedem Spieler drei Karten aus. Der Stock kommt in der Mitte zu liegen. Nun muss einer der Jasser das Spiel eröffnen – aufmachen. Man kann aber auch passen. Sobald ein Spieler aufgemacht hat, wird die oberste Karte vom Stock gekehrt, und deren Farbe ist nun Trumpf. Die weiteren Spieler geniessen also den Vorteil, den Trumpf zu kennen, wenn sie mitteilen, ob sie mitmachen.

Wer kann, spielt ein As

Allerdings gelten die Obenabe-Regeln – der Trumpfbube ist also nur der viertbeste Trumpf. Nun legt der Aufmacher die erste Karte, idealerweise ein As. Die anderen Spieler müssen Farbe bekennen; nur wer nicht bedienen kann, darf mit Trumpf stechen. Wer den Stich macht, muss in der zweiten Runde einen Trumpf spielen – es sei denn, er hat keinen oder er hat seinen einzigen schon für den ersten Stich benötigt. Pro gemachten Stich kann sich jeder Spieler einen Einsatz aus dem Pott nehmen. Gewinnt einer alle drei Stiche, erhält er den gesamten Pott, und die anderen Spieler müssen den Topf zu gleichen Teilen wieder auffüllen. Wenn die Summe im Topf zwölf Franken übersteigt, wird in der Regel der Überschuss in die sogenannte Küche gelegt und später – wenn sich der Topf geleert hat – wieder eingeschossen.

Wie der Bäcker Marti spielte

Wann macht man auf oder geht mit? Drei hohe Karten beim Aufmachenden sollten es schon sein, und bei den Mitgehenden wären ein As und zwei Trümpfe nicht schlecht. Sonst sprechen die Berlinger Bethler von einem «Beckmarti», weil der Bäcker Marti die Gewohnheit hatte, es schon mit einem Zehner, einem Buben und einer Dame zu wagen. (red.)