VOLKSINITIATIVE: Einsatz für starke Pflege

Thurgauer Politikerinnen warben vor der gestrigen Sitzung des Grossen Rats für die nationale Pflege-Initiative – mit Erfolg, wie sie sagen.

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SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann verteilt ihren Ratskollegen Informationsmaterial zur Pflege-Initiative. (Bild: Andrea Stalder)

SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann verteilt ihren Ratskollegen Informationsmaterial zur Pflege-Initiative. (Bild: Andrea Stalder)

Larissa Flammer
larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Sechs Kantonsrätinnen aus dem  Gesundheitsbereich haben vor der gestrigen Sitzung des Thurgauer Grossen Rats ihre Kollegen mobilisiert. Ausgerüstet mit Informationsmaterial und Unterschriftenbogen zur Pflege-Initiative fingen sie jeden ab, der für die Sitzung das Rathaus in Weinfelden betreten wollte.
Das Hauptproblem, das die nationale Volksinitiative für eine starke Pflege bekämpfen will, ist der Fachkräftemangel. «Dass Junge nach der Ausbildung nicht in den Beruf einsteigen, ist schon länger ein Problem. Jetzt gibt es auch immer mehr 50- bis 55-Jährige, die aus dem Beruf aussteigen, weil sie keine Energie mehr haben», sagt Edith Wohlfender. Die SP-Kantonsrätin (Kreuzlingen) ist Geschäftsleiterin des Ostschweizer Berufsverbands der Pflegefachpersonen und setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen ein.
Elisabeth Rickenbach, EVP-Kantonsrätin (Thundorf) und diplomierte Pflegefachfrau, sagt: «Die Alterspflege nimmt nicht mehr nur wegen der demografischen Entwicklung immer mehr Zeit in Anspruch, sondern auch, weil sie immer komplexer wird.» Ältere Menschen hätten häufig mehrere Beschwerden und Erkrankungen gleichzeitig. «Auch der administrative Aufwand nimmt immer mehr zu, sodass wir keine Zeit mehr haben für die Patienten.»

Aus den gleichen und ähnlichen Gründen sind gestern auch die Kantonsrätinnen Verena Marti (SP, Steinebrunn), Marina Bruggmann (SP, Salmsach), Barbara Kern (SP, Kreuzlingen) und Gina Rüetschi (GP, Frauenfeld) für die Pflege-Initiative eingestanden. «Die Reaktionen der Ratskollegen waren positiv. Die meisten wussten bereits von der Initiative», sagt Wohlfender. Die Kantonsrätinnen wollen erreichen, dass alle Ratskollegen die Initiative unterschreiben. «Es stehen auch viele Parteien hinter dem Vorhaben», so Wohlfender. Privat werde zudem jede von ihnen zusätzliche Unterschriften sammeln. So etwa an den nächsten nationalen Sammeltagen, die am 1. April und am 12. Mai angesetzt sind.