Volksbewegung bei Dixie und Würsten

WEINFELDEN. Kaum erstaunlich, dass bei den obsiegenden BTS-/OLS-Befürwortern gestern Hochstimmung am Komiteetreffen herrschte. Exponenten aus Politik und Wirtschaft freuten sich über die Solidarität im Kanton und klare Zeichen für Bern.

Mathias Frei
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Komiteepräsident Armin Eugster hört an der gestrigen Feier aufmerksam Regierungsrat Jakob Stark zu. (Bild: Reto Martin)

Komiteepräsident Armin Eugster hört an der gestrigen Feier aufmerksam Regierungsrat Jakob Stark zu. (Bild: Reto Martin)

Kurz vor 15 Uhr sind die grosszügigen Parkplätze vor dem Verkehrssicherheitszentrum Thurgau in der Weinfelder Peripherie bis auf einen noch unbesetzt. Keine Stunde später herrscht unter den 80 Anwesenden beschwingte Stimmung vor, wird allerorten gelacht, brutzeln auf einem Grill Würste, trompetet Kantonsingenieur Andy Heller als Bandleader einer Dixie-Band und wird Kantonsrat und Pro-Komitee-Präsident Armin Eugster (CVP, Bürglen) mit anerkennendem Schulterklopfen eingedeckt, dass es abends weh tun müsste.

«Ein freudiges Ereignis»

«Jetzt muesch halt nomol ane», meint Regierungsrat Jakob Stark (SVP) zu Kantonsrat Max Möckli (FDP, Schlatt), der das Pro-Komitee zur OLS-Finanzierung präsidiert. Das Stimmvolk schickt zwar die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer zur OLS-Finanzierung bachab, sagt aber Ja zum Netzbeschluss. Eugster spricht denn auch von einem «freudigen Ereignis», obwohl es ja bei der OLS noch eine Schwierigkeit gebe, nämlich die Finanzierung. «Aber vor allem haben wir rund zehn Prozent Stimmen gutgemacht im Vergleich zu 2005», so Eugster.

Dieses Mal habe es mit der Solidarität der nicht direkt betroffenen Regionen im Kanton gut bis sehr gut funktioniert, sagt Eugster. «Wir haben nie behauptet, eine Volksbewegung zu sein, wir haben eine organisiert.» Organisatorisch habe man gewiss Lehren gezogen nach den Abstimmungen 2005. Von 80 Gemeindeammännern waren 61 im Pro-Komitee, dazu auch 98 Kantonsräte.

Wieder Zeit für die Ehefrau

«Mein Anteil an diesem Erfolg war klein», sagt Gertrud Eugster, Armin Eugsters Ehefrau. Aber es sei schon einiges liegengeblieben. Zur Ordnung im Büro wolle sie sich nicht äussern. Aber auf jeden Fall seien nun wieder gemeinsame Freizeitaktivitäten möglich.

Für Armin Eugster ist die Arbeit aber noch nicht getan. Ziel sei nun, das Projekt bis 2014 pfannenfertig aufzugleisen. «Dann besteht die sehr grosse Chance, dass der Bund die BTS übernimmt», so Eugster. «Wir müssen auch die Anliegen der Gegner, insbesondere der Landwirtschaft, ernst nehmen.» Die Strasse müsse in die Landschaft integriert, nach Möglichkeit Lebensraum für Mensch und Natur aufgewertet werden.

Politgeschichte fürs Archiv

«Es gibt noch viel zu tun», stellt Eugster fest. Ein letztes Banner «mit Herz» für das Staatsarchiv gilt es zu unterschreiben. Mit dem nicht ganz ernstgemeinten Vorschlag, in Weinfelden, wo die Bevölkerung der vorgeschlagenen OLS-Finanzierung zustimmte, könne man ja mal die Motorfahrzeugsteuer vorsorglich erhöhen, erntet Regierungsrat Stark Lacher, sogar beim Weinfelder Gemeindeammann und Kantonsrat Max Vögeli (FDP).

Schon 2005 im Komitee war zum Beispiel Peter Schütz, Präsident des kantonalen Gewerbeverbands. «Dieses Resultat ist ein klares Zeichen für den Bund, aber vor allem auch für den Thurgau», sagt er. Diese Vorlage sei denn auch keineswegs eine Zwängerei gewesen, sondern eine positive Weiterentwicklung im Vergleich zu 2005.