Volksbegehren für die Mieter

FRAUENFELD. Die Gruppierung Chrampfe & Hirne (CH) will eine kommunale Initiative für «bezahlbaren und guten Wohnraum» lancieren.

Stefan Hilzinger
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Peter Hausammann Gemeinderat «Chrampfe & Hirne» (Archivbild: pd)

Peter Hausammann Gemeinderat «Chrampfe & Hirne» (Archivbild: pd)

Mit gerade einem halben Prozent leerstehender Wohnungen hat Frauenfeld einen der tiefsten Werte in der Ostschweiz. Gleichzeitig sind die Mieten gestiegen. «Vor allem junge Familien haben Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden, die tragbar ist und ihren Bedürfnissen entspricht», sagt CH-Gemeinderat Peter Hausammann. Vergangenen Sommer hatte er das Thema als Einfache Anfrage im Stadtparlament eingebracht, doch auf die offizielle politische Agenda rückte das Thema deswegen nicht.

«Mieter sind nun an der Reihe»

Nun lanciert Hausammanns Gruppierung eine Initiative, die den Stadtrat in die Pflicht nehmen will. Das Begehren mit dem Titel «Die Frauenfelder Wohninitiative» soll im Amtsblatt vom 6. Februar publiziert werden, und an diesem Tag will «Chrampfe & Hirne» mit der Unterschriftensammlung beginnen. «Die Stadt hat bisher mit einer aktiven Bodenpolitik viel für Gewerbe, Industrie und Einfamilienhäuser getan», sagt Hausammann. Das sei gut so. Doch jetzt sei es an der Zeit, auch für die Wohnungsmieter die Initiative zu ergreifen.

Am CH-Parteitag im Mai vor einem Jahr sei eine Arbeitsgruppe beauftragt worden, sich mit dem Thema «Bezahlbare Wohnungen» vertieft auseinanderzusetzen. Im Januar hat die Gruppierung nun die Lancierung der Initiative beschlossen. «Leider sieht der Stadtrat keinen Handlungsbedarf», sagte Hausammann vergangenen Sommer im Zusammenhang mit seiner Einfachen Anfrage. Ziel des Volksbegehrens sei es nun, dass sich die Stadt Frauenfeld zum Ziel «der Erhaltung und Schaffung von bezahlbaren und qualitativ guten Wohnungen» bekenne. Dadurch soll es mehr und günstigere Mietwohnungen geben.

Ungebrochen attraktiv

Erst im vergangenen Herbst hat die Zürcher Immobilienberatungsfirma Wüst und Partner Frauenfeld eine hohe Anziehungskraft bescheinigt, was den Wohnungsmarkt angeht. Das von der Firma jährlich veröffentlichte «Immo-Monitoring» schätzt, dass in den kommenden Jahren rund 4000 neue Wohnungen entstehen könnten, mit einer Bausumme von total rund einer halben Milliarde Franken.

Der grösste Teil der Wohnungen dürfte in grösseren, zentrumsnahen Überbauungen entstehen, wie etwa auf dem Areal der Holzbaufirma Herzog (siehe Thurgauer Zeitung von gestern). Zentrumsnahe Wohnungen sind in der Regel nicht die günstigsten. «Im Rahmen von Gestaltungsplänen und zielgerichteten Verhandlungen mit Investoren könnte der Stadtrat schon Einfluss auf die Entwicklung nehmen», sagte Peter Hausammann im vergangenen Juli.