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Vögel sollen zurückkehren können

Der Natur- und Vogelschutzverein will Uferschwalben Brutplätze bieten. Für die Unterstützung des Vorhabens setzt der Präsident auf das Internet.
Simon Roth
Die Schichten dieser Sanddüne einer Kiesgrube in Hagenbuch eignen sich optimal als Nistplätze für die Uferschwalbe. (Bild: PD)

Die Schichten dieser Sanddüne einer Kiesgrube in Hagenbuch eignen sich optimal als Nistplätze für die Uferschwalbe. (Bild: PD)

Andreas Bieri ist überglücklich. Seine Freude teilt er gleich mit der ganzen Welt auf der Videoplattform Youtube. Der Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Aadorf (NVA) hat dort einen Film hochgeladen, auf dem die bedrohte Uferschwalbe bei der Brut zu sehen ist.

Die geschützte Vogelart nistet sich im Frühling in den seltenen Sandlinsen ein, welche in Kiesgruben beim Abtragen der Gesteinsschichten zum Vorschein treten. Nun lotet Bieri mittels einer Umfrage das Interesse aus, ein Projekt zum Schutz der Vogelart zu realisieren.

Kiesgruben Ersatz für verbaute Ufer

Ursprünglich brütete die Uferschwalbe an natürlichen Hängen von Flüssen. Dort grub sie ihre Brutröhren in die senkrechten Wände. Dieser Lebensraum ist mit der zunehmenden Gewässerverbauung beinahe vollständig verschwunden. In der Zwischenzeit sind Kiesgruben zu Ersatzlebensräumen der sogenannten Koloniebrüter geworden.

Auch rund um Aadorf existieren Kieswerke, die beim Abgraben von Endmoränen Sandstreifen freisetzten. «Haben diese eine gewisse Konsistenz, bauen die Vögel dort ihre Höhlen», erklärt Bieri. An den Uferläufen setzte der ständige Lauf des Wassers verborgene Gesteinsschichten frei.

Diese Arbeit übernehmen in den Kiesgruben die Maschinen. Die Wände würden jedoch laufend abgebaut, was dazu führt, dass die geeigneten Sandlinsen irgendwann erschöpft sind. «Zudem sind Kiesgrubenbetreiber ja nicht vordergründig daran interessiert, bedrohten Vogelarten einen Brutplatz zu bieten», gibt Bieri zu bedenken. Haben sich Uferschwalben einmal für einen Nistort entschieden bleiben sie von April bis Juni dort, um ihren Nachwuchs auszubrüten und aufzuziehen. Das setzt einen Abbaustop an der entsprechenden Stelle voraus. Bieri will nicht gegen die Kiesgrubenbetreiber schiessen und betont explizit, dass diese sich bei einer gemeinsamen Lösungssuche stets kooperativ zeigten.

Daneben bestehe auch die Möglichkeit, künstliche Brutwände zu errichten, welche die natürliche Umgebung nachahmen, sagt Bieri.

Onlineumfrage gestartet

Die Uferschwalben sind mittlerweile bereits unterwegs in Richtung Zentral- und Ostafrika, wo sie den Winter verbringen. Damit sie auch nächstes Jahr nach Aadorf zurückkehren, hat Bieri eine Umfrage gestartet, um den Rückhalt für ein Förderprojekt in der Bevölkerung auszuloten. Diese will er nun einen Monat laufen lassen. Sticht daraus eine positive Stimmung hervor, so würde der NVA-Vorstand eine Arbeitsgruppe einsetzen, um die Machbarkeit eines solchen Projekts zu prüfen. Interessierte für die Gruppe hätten sich bereits bei ihm gemeldet. Ob das Projekt schliesslich durchgeführt wird, entscheiden ebenfalls private Unterstützer. «Ich plane eine Mittelbeschaffung über eine Crowdfunding-Plattform», sagt Bieri.

Auf die Heinrich-Bachmann-Weidenmann-Stiftung (siehe Infokasten) als Geldgeberin möchte er nicht vertrauen. Der NVA habe schon einige Projektideen eingebracht, jedoch sei keine davon aufgenommen worden, beklagt Bieri.

Die Umfrage findet sich unter: www.nvaadorf.ch

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