Vier Tenöre und eine Fabrikhalle

STECKBORN. Mit ihrem Herbstkonzert wagt sich die Dorfmusik von Hörhausen weit vor: Sie konzertiert mit den bekannten Schweizer Tenören I Quattro. Das musikalische Ausnahmeprojekt wird in einer Lagerhalle der Bernina zu hören sein.

Gudrun Enders
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Präsident Hans Villiger, Facility Manager Martin Keller, Techniker Stefan Fischer und Musikant Marco Kressebuch stehen in der Bernina-Fabrikhalle, in der das Konzert stattfinden wird. (Bild: Reto Martin)

Präsident Hans Villiger, Facility Manager Martin Keller, Techniker Stefan Fischer und Musikant Marco Kressebuch stehen in der Bernina-Fabrikhalle, in der das Konzert stattfinden wird. (Bild: Reto Martin)

Wo früher Nähmaschinen gebaut wurden und bislang Material lagerte, werden bald die berühmten Schweizer Tenöre von I Quattro singen. Die Bernina stellt eine Fabrikhalle für das besondere Konzert zur Verfügung. «So etwas erlebe ich zum ersten Mal», sagt Martin Keller, der seit 34 Jahren bei der Bernina arbeitet. Er leitet das Facility Management und traf sich diese Woche mit zwei Musikanten und dem Tontechniker. «Die Akustik ist gut.» Techniker und Musikanten sind sich einig.

In den vergangenen Jahren haben sie ihr Herbstkonzert in der Steckborner Kirche gegeben und als Brass Band dort mit der Akustik gekämpft. «Die Töne überschlagen sich», sagt Präsident Hans Villiger. Diese Gefahr besteht in der Fabrikhalle nicht. Zur Sicherheit soll dort ein Teil des Materials gelagert bleiben. «Das schluckt», sagt Villiger.

Sie proben wie verrückt

Die Ausnahme-Dorfmusik aus Hörhausen hat die vier Operntenöre für ein gemeinsames Konzert gebucht. «Wir üben schon wie die Wahnsinnigen», sagt Präsident Villiger. Mit ihrem Herbstkonzert geht die Brass Band seit einigen Jahren ein besonderes Projekt an. Sie haben schon mit Hackbrettspieler Nicolas Senn konzertiert, sind mit einem Chor bei Mammern Classics aufgetreten oder haben eine Opernsängerin engagiert. Mit I Quattro steigen sie dieses Mal weit oben ein. «Die vier Tenöre waren immer ausverkauft», erinnert sich Stefan Fischer aus Aadorf. Der Tontechniker ist bei einer der I Quattro-Tournées durch die Schweiz mitgereist. Nun inspiziert er in der Bernina-Halle, was für das Konzert am 25. Oktober an Technik aufgefahren werden muss.

Noten für die ungewöhnliche Kombination von Gesang und Brass Band zu bekommen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Dirigent Roger Wellauer arrangiert in solchen Fällen selbst. Dieses Mal ist Musiker Stefan Roth aus Bischofszell mit von der Partie. Arrangiert haben sie Schweizer Volkslieder aus dem neuen Album «Eternita» des Quartetts.

Viele helfen mit

I Quattro zu engagieren ist ein teurer Spass. Das schafft die Brass Band aus Hörhausen nur dank Unterstützung. Die Bernina stellt die Halle samt Parkplätze zur Verfügung. Geld fliesst zudem von der TKB Steckborn, dem Kulturpool Untersee und von dem Migros Kulturprozent.

Vorverkauf: www.mghoerhausen.ch

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