«Vielleicht hätte ich mich gleich verhalten»

Die Bühne Thurtal zeigt noch bis zum 12. August «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park. Rolf Studerus spielt als Franz Keller einen Fabriksticker und Gewerkschafter. Wie leben Sie sich in Ihre Rolle hinein?

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Rolf Studerus Spielt einen Fabriksticker und Gewerkschafter (Bild: pd)

Rolf Studerus Spielt einen Fabriksticker und Gewerkschafter (Bild: pd)

Die Bühne Thurtal zeigt noch bis zum 12. August «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park. Rolf Studerus spielt als Franz Keller einen Fabriksticker und Gewerkschafter.

Wie leben Sie sich in Ihre Rolle hinein?

Das Stück spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. So zu empfinden und zu spielen, wie damals das Leben war, ist nicht einfach. Ich versuche die Geschichte zu fühlen und meine Rolle des Franz Keller zu leben.

Wer ist Franz Keller?

Franz Keller ist Fabriksticker und Mitglied des Zentralverbandes der Schifflistickerei. Das Wohl der Fabrikarbeiter und -arbeiterinnen liegt ihm am Herzen, und er setzt sich zu Recht für die Angestellten ein, als sich deren Lage zunehmend verschlechtert.

Übernehmen Sie die Rolle als Franz auch in Ihr privates Verhalten?

Jein. Ich bin ein Mensch, der sich gerne für seine Mitmenschen einsetzt und für sie da ist. Aber ich kenne die Grenze, wie weit ich gehen darf. Vielleicht hätte ich mich in der Zeit gleich verhalten, wie der Franz, das kann ich nicht sagen.

Wie kommen Sie zum Theater, und wie sieht Ihre Schauspielerlaufbahn aus?

Eigentlich war es schon immer mein Wunsch, Theater zu spielen. Dass es mich anfangs gleich zur Freilichtbühne gezerrt hat, habe ich einer Mitarbeiterin zu verdanken, die bereits aktiv mit dabei war. Ohne jegliche Bühnenerfahrung habe ich mich blind für eine Sprechrolle beworben. Das war vor zwei Jahren für «Der Besuch der alten Dame». Darauf folgten verschiedene Vereinstheater wie «Bauer, ledig, sucht…», «Irrwäg im Alltag» und «Eis Unglück chunnt sälte ellai». Mittlerweile stehe ich in «Die Stickerin» bereits zum fünftenmal auf der Bühne. Danach geht es mit dem Stück «Mimis Krimi» im Liho-V-Theater weiter.

Wie gross ist der Zeitaufwand?

Der Zeitaufwand ist enorm. Vor allem die Endproben sind sehr intensiv. Aber braucht nicht jedes Hobby seine Zeit? Beim einen mehr, beim anderen weniger. Doch wenn man mit Herzblut dabei ist, vergisst man die Zeit.

Ihre bisherigen Erfahrungen?

Regisseurin Monika Wild versteht es, sich in jede Rolle zu versetzen und uns Laien die Kleinigkeiten gross wirken zu lassen. Ich lerne und profitiere viel. (red.)

Die nächste Vorstellung findet am kommenden Freitag um 20 Uhr statt. Heute Samstag ab 20 Uhr spielen im Alfred-Sutter-Park «Die Paldauer». Weitere Informationen unter www.buehnethurtal.ch.