Viele Projekte am mittleren Horizont

Von der Neugestaltung der Promenade über die Sanierung der St. Gallerstrasse bis zur neuen S-Bahn-Haltestelle Langdorf: Das Mobilitätskonzept 2030 zählt viele Massnahmen auf für eine «stadtverträgliche» Mobilität. Bund und Kanton sollen mitfinanzieren.

Stefan Hilzinger
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Thomas Müller Leiter Tiefbau und Verkehr der Stadt Frauenfeld/Stadtingenieur (Bild: pd)

Thomas Müller Leiter Tiefbau und Verkehr der Stadt Frauenfeld/Stadtingenieur (Bild: pd)

FRAUENFELD. Die Geschichte wiederholt sich. In den Jahren 1813 bis 1815 liess der Isliker Fabrikant Bernhard Greuter den Frauenfelder Stadtgraben zuschütten und die Promenade anlegen. Der Graben stand der Entwicklung der jungen Kantonshauptstadt im Wege. Nun rückt die Promenade wieder in den Fokus der Stadtentwicklung, wie dem Konzept Mobilität 2030 zu entnehmen ist. Das Konzept stellte die Stadt Frauenfeld am Freitag vor (TZ vom Samstag).

Eine der Schlüsselstellen

Die Promenade ist eine von vielen Schlüsselstellen, wo die Stadt und der Kanton die Verkehrs- und Aufenthaltsqualität bis 2030 verbessern wollen (siehe Grafik). Wie etwa die Zürcherstrasse Ost gehört auch die Promenade zum Massnahmenpaket 1, das in den Jahren 2016 bis 2022 umgesetzt werden soll. «Dieser Strassenraum hat viel Potenzial. […] Von der Aufwertung soll insbesondere der Langsamverkehr profitieren», hält der Fachbericht zum Mobilitätskonzept betreffend Promenade fest.

Zuerst für alle, dann für einen

Das erste Paket für die Jahre 2016 bis 2022 enthalte Massnahmen, die möglichst allen Verkehrsteilnehmern zugute kommen sollen, also sowohl Velofahrern und Fussgängern sowie öffentlichem Verkehr als auch dem motorisierten Individualverkehr, also den Autofahrern.

Das zweite Paket für die Jahre 2023 bis 2026 bringt Massnahmen, «die ihre Wirkung in erster Linie bei einem der Verkehrsträger haben». Darunter findet sich etwa auch ein Projekt im Bereich Rheinstrasse – Rathausplatz. Hier gab es bereits einmal ein Vorhaben zur Aufwertung des Strassenraums, das jedoch nicht realisiert wurde. «Wir reden da mittlerweile von einem grösseren Einzugsgebiet, deshalb wird hier auch vorgängig ein Verkehrskonzept Innenstadt erstellt», sagt Stadtingenieur Thomas Müller.

50 Millionen Franken bis 2030

Im Massnahmenpaket 3 geht es schliesslich um eine Entlastung der Stadt vom Durchgangsverkehr nach 2026. Denn die ersten beiden Pakete haben primär zum Ziel, den jährlich zu erwartenden Mehrverkehr «stadtverträglich» aufzunehmen. Der Mehrverkehr soll vor allem auf dem Velo, zu Fuss oder in öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt werden, lautet das Ziel des Mobilitätskonzepts 2030. Doch das Ziel einer Stadtentlastung in der einen oder anderen Form bleibt. Dafür klären Stadt und Kanton schon bis 2017 die Machbarkeit möglicher Lösungen ab. Im Fachbericht zum Mobilitätskonzept ist die Rede von einer «Tangente», ohne diese genauer zu verorten.

Grobe Schätzungen beziffern die Kosten der Massnahmen der Pakete 1 und 2 auf rund 50 Millionen Franken. Wie viel davon Bund und Kanton übernehmen werden, ist derzeit noch offen. «Dank des von Stadt und Kanton gemeinsam entwickelten Mobilitätskonzeptes besteht nun eine Grundlage für ein koordiniertes Vorgehen», sagt Stadtingenieur Müller.

Die öffentliche Vernehmlassung zum Konzept «Mobilität 2030» dauert bis zum 15. Januar 2016. Der vollständige Fachbericht findet sich auf stadtentwicklung-frauenfeld.ch.