Viel Zeit war nicht

Sie galten als Musen von Rainer Werner Fassbinder. Im «Tatort» sind nun alle vier zu sehen: Hanna Schygulla, Irm Hermann, Margit Carstensen und Eva Mattes.

Sabrina Bächi
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«Ich habe mir das Drehbuch angesehen – und fand es nicht gut!» Margit Carstensen, die deutsche Schauspielerin, war nicht überzeugt von der Geschichte des letzten «Bodensee-Tatort» (er wird am Sonntagabend auf SRF, ARD und ORF ausgestrahlt). Erst nach einigen Überarbeitungen fand sie Gefallen am Skript, wie das Magazin der «Süddeutschen Zeitung» gestern schrieb. Mit Hanna Schygulla, Irm Hermann und Eva Mattes spielt sie also nun doch in «Wofür es sich zu leben lohnt». Die vier Damen verkörpern Freundinnen von «Tatort»-Ermittlerin Eva Blum. Die Schauspielerinnen kennen sich schon lange: Sie haben in Rainer Werner Fassbinders Film «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» (1972) gespielt. Dennoch war die Wiedervereinigung der vier Frauen nicht «wie ein Klassentreffen», sagt Hanna Schygulla. Denn sie seien keine Freundinnen, das Verhältnis untereinander sei eher als kühl zu bezeichnen gewesen. Irm Hermann hatte deshalb Bedenken: «Ich war gespannt, ob es überhaupt gut gehen kann zwischen uns.»

Vier Frauen, ein Entdecker

Jede der vier erfolgreichen deutschen Schauspielerinnen hat ihre eigene Biographie, sie alle verbindet jedoch die Faszination zu Regisseur und Schauspieler Fassbinder. Hanna Schygulla war sein grosser Star, Eva Mattes die jüngste Entdeckung, Irm Hermann führte eine Beziehung mit ihm und Margit Carstensen zeigt sich heute noch von seinem Charisma beeindruckt. Was die «Fassbinder-Darsteller» zusammengehalten hat, war seine Person. Zum ersten Mal seit dem gemeinsamen Film 1972 stehen alle vier wieder gemeinsam vor der Kamera. Musse, um über die Vergangenheit zu sinnieren, blieb kaum: «So viel Zeit zum Reden war gar nicht», sagt Eva Mattes.