Viel Spielraum mit dem Schulraum

SCHLATT. Die Stimmbürger schluckten: 24 Millionen Franken müsste die Volksschulgemeinde Diessenhofen in den nächsten 25 Jahren investieren, nur um die eigenen Liegenschaften zu erhalten.

Gudrun Enders
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Das Spannende kam zum Schluss. Die Schulbehörde legte am Ende der Budgetversammlung die Bestandesaufnahme der eigenen Schulgebäude vor. Damit erledigte sie ihre Hausaufgaben. Denn der Souverän schob vor einem Jahr einen Kredit über 2,8 Millionen Franken auf und stoppte damit den Abriss der alten Lettenhalle und den Ausbau der Oberstufe in Diessenhofen.

Dahinter steckte die Angst, dass Schulen auf den Dörfern vernachlässigt oder geschlossen werden könnten. Deshalb forderte der Souverän, die Behörde solle erst einmal einen Statusbericht über alle eigenen Immobilien vorlegen. Das tat die Behörde am Montagabend im Schlatter Gemeindehaus vor 82 Stimmberechtigten (von total 4351).

Zu viel Raum am falschen Ort

Die Daten für die Gesamtschau hatte Werner Fuchs als Immobilien-Beauftragter der Volksschulgemeinde erfasst. «Das war eine riesen Büez», würdigte Schulpräsident Jörg Sorg diese Arbeit.

Der Kanton gibt Soll-Raum pro Schüler vor. Diesen rechnete Werner Fuchs aufgrund der aktuellen und für 2017 geschätzten Schülerzahlen aus. Das Fazit: Die Volksschulgemeinde bewirtschaftet 30 Prozent zu viel Raum. In den drei Primarschulhäusern etwa ist deutlich zu viel Platz, in der Sek Diessenhofen dagegen sogar zu wenig. Zudem hatte Werner Fuchs den Zustand der Gebäude sowie den Energiebedarf erfasst. Das denkmalgeschützte Primarschulhaus in Diessenhofen etwa weist zwar eine super Substanz auf, ist aber teuer zu beheizen.

Lediglich zwei Gebäude der gesamten Volksschulgemeinde haben eine schlechte Bausubstanz: der Kindergarten Öpfelbaum in Basadingen und das Schulhaus Zentrum in Diessenhofen.

24 Millionen plus Abrisskosten

Wenn der Zustand eines Gebäudes erfasst ist, lässt sich der Investitionsbedarf zum Beispiel für die nächsten 25 Jahre abschätzen. Im Fall der Volksschulgemeinde Diessenhofen laufen da 24 Millionen auf. «Nur um den Wert der Gebäude zu erhalten», sagte Fuchs. Hinzu kommen noch die Abriss-Kosten für die alte Lettenhalle. Denn die alte Turnhalle fand sich nicht auf der Gesamtschau – «weil sie ausser Betrieb ist», erklärte Präsident Sorg auf Rückfrage. Als nächstes wird eine Immobilien-Strategie ausgearbeitet. Sorg rief alle Anspruchsgruppen auf, Ideen dazu bis Mitte Februar an ihn heranzutragen.

Grossmehrheitlich Zustimmung fand das Budget: Das schliesst mit einem kleinen Plus bei einem Gesamtaufwand über 14,59 Millionen, einem Ertrag über 14,67 Millionen und einem unveränderten Steuerfuss von 103 Prozent.

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