Viel Forschung um Feuerbrand

Im Fokus der diesjährigen Güttinger-Tagung standen der Feuerbrand, die Herausforderungen der Schweizer Obstbranche sowie die Schorfbekämpfung.

Mario Tosato
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güttingen. Die Güttinger-Tagung des Versuchsbetriebs Güttingen, BBZ Arenenberg/Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW), interessiert neben den Obstbauern aus der ganzen Schweiz auch immer mehr Berufskollegen aus dem Süddeutschen Raum und Vorarlberg.

Laut Lukas Bertschinger, Vizedirektor und Forschungsleiter ACW, wird die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Praxis und Behörden in der Obstbranche immer wichtiger.

Breites Forschungsfeld

Obwohl der Feuerbrand in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr weit weniger grosse Schäden angerichtete hat, gebe es keinen Grund aufzuatmen. So werden in der ACW 17 Forschungsprojekte zum Feuerbrand durchgeführt, unter anderem mit Blick auf Feuerbrand-tolerante Apfelsorten. Bei 12 Projekten wird nach Alternativen zu Streptomycin gesucht, welche Bio- und IP-tauglich sind. Drei Forschungsprojekte befassen sich mit dem Einsatz von Streptomycin.

Nach Bertschingers Aussagen verlangen die Konsumenten immer mehr Früchte, die mit möglichst wenig Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

Zu viele Sorten auf dem Markt

In seinem Referat befasste sich Daniel Hofmann, Geschäftsführer der Léman fruits in Perroy (VD) und Vizepräsident der Swisscofel (Verband Schweizer Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandel), mit den Herausforderungen für die Schweizer Obstbranche aus Sicht des Handels.

Nach seiner Einschätzung werden sich die Grenzen zur EU mit oder ohne Agrarfreihandelsabkommen öffnen. Dabei gehe es darum, welche Importprodukte in welcher Qualität und zu welchen Preisen den inländischen Früchten gegenüberstehen. Gleichzeitig sollen für Schweizer Produkte in Europa jene Konsumenten gefunden werden, welche bereit sind, für Schweizer Qualität mehr zu bezahlen. Hofmann kritisierte, dass zu viele Sorten auf dem Markt angeboten werden. «Weniger wäre mehr.

» Nach seiner Meinung sollte der Fokus heute wieder vermehrt auf die Verbesserung der Anbautechniken und die Optimierung der Abläufe gerichtet werden.

Weiter wurden die schorfresistenten Sorten Opal und Modi sowie neue Schorf-Bekämpfungsstrategien vorgestellt.