Viel Applaus für die Seeleute

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) feierte ihr 150jähriges Bestehen. Geschäftsführer Remo Rey lässt das Jubiläumsjahr Revue passieren.

Gudrun Enders
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Remo Rey Geschäftsführer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (Bild: pd)

Remo Rey Geschäftsführer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (Bild: pd)

Welches Fazit ziehen Sie nach dem Jubiläumsjahr?

Remo Rey: Es war ein sehr festliches Jahr, aber auch ein sehr trockenes. Wir haben viele zusätzliche Anlässe durchgeführt und viel Zuspruch erhalten. Es gab auch viele positive Rückmeldungen wie etwa zum überholten Motorschiff Arenenberg und zu den neuen Angeboten wie der dreitägigen Kreuzfahrt.

Werden die neuen Angebote über das Jubiläum hinaus weitergeführt?

Rey: Ja, die dreitägige Bodensee-Kreuzfahrt war ausgebucht und wird weitergeführt. Sie ist sehr positiv bewertet worden, das vielseitige Programm mit Ausflügen und Führungen kam gut an. Viele Passagiere kamen sogar aus der Region und haben geschätzt, auf diese Weise, die touristischen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Im Juni und September 2016 wird es wieder eine Bodensee-Kreuzfahrt geben für jeweils 50 Personen, nur dieses Mal am Wochenende.

Wie schliesst die URh das Jubiläumsjahr wirtschaftlich ab?

Rey: Weil es ab August trocken war und wir zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein nicht mehr verkehren konnten, haben wir einen Dämpfer bekommen. Das Gruppengeschäft hat dadurch gelitten. Gewinn und Umsätze sind jetzt noch nicht klar, aber per Ende Oktober hatten wir 325 000 Passagiere. Das entspricht nicht unseren Vorstellungen und liegt vier Prozent unter den Zahlen des Vorjahrs.

Sie sind als Geschäftsführer zum Jubiläumsjahr neu eingestiegen. Wie sehen Sie die URh jetzt?

Rey: Es gibt viel Engagement seitens der Mitarbeitenden. Wir hören oft von unseren Gästen, dass sie sich an Bord gut betreut fühlen. Unsere Mitarbeitenden haben auch viele gute Ideen, wie etwa die der Bodensee-Kreuzfahrt. Vom Verwaltungsrat haben wir zudem die Freiheit bekommen, Neues auszuprobieren. Das ist schön. Das Jubiläumsjahr war aber leider wirtschaftlich nicht sehr erfreulich. Auf mittlere Sicht können wir das jedoch verkraften.

Ist die URh auch im Herzen der Bevölkerung verankert?

Rey: Absolut. Für die Leute aus der Region ist die Schifffahrt wichtig. Sie schätzen das neue Angebot enorm. Sie spielen uns auch Ideen zu. Die Grundstimmung ist sehr positiv. Wir haben uns im Jubiläumsjahr zudem entschieden, unser Angebot am Untersee und ab Kreuzlingen auszubauen. Das ist gut angelaufen, etwa mit Brunch- und Fonduefahrten ab Kreuzlingen.

Ist eine Entscheidung wegen des Dampfers gefallen?

Rey: Unsere Finanzen lassen nicht zu, an ein Neubauschiff zu denken. Wir haben entschieden, die «Stein am Rhein» in der Flotte zu behalten und aufzuwerten. Wir stehen aber in gutem Austausch mit Pro Dampfer. Sollte ein Dampfer realisiert werden, würden wir prüfen, den Betrieb zu übernehmen.

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