Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Veruntreuung, aber kein Betrug

Das Bezirksgericht Münchwilen hat einen Carunternehmer zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Der beschuldigte hatte in den Jahren 2003 und 2005 zwei Cars verkauft, die ihm gar nicht gehörten.

Das Bezirksgericht Münchwilen hat einen Carunternehmer zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Der beschuldigte hatte in den Jahren 2003 und 2005 zwei Cars verkauft, die ihm gar nicht gehörten. Zu diesem Schluss kommt das Bezirksgericht im schriftlichen Urteil zur Verhandlung vom 23. Oktober (unsere Zeitung berichtete). Das Gericht verurteilt ihn wegen mehrfacher Veruntreuung. Als Kläger im Prozess traten die Staatsanwaltschaft Thurgau sowie zwei Geschädigte auf.

Die Staatsanwaltschaft forderte auch einen Schuldspruch wegen betrügerischen Konkurses. Ihres Erachtens hatte der Carunternehmer als Verwaltungsrat und Geschäftsführer der damaligen Firma kurz vor dem Konkurs sämtliche Vermögenswerte noch rechtzeitig aus der alten Gesellschaft gelöst und in eine neue gesteckt beziehungsweise zu einem günstigen Preis seiner damaligen Lebenspartnerin verkauft, um sie in Sicherheit zu bringen. Im Speziellen ging es bei den Vermögenswerten um eine Liegenschaft in Münchwilen. Mit diesem Handeln habe der Beschuldigte die Gläubiger der alten Firma betrogen, daher der Antrag auf Verurteilung wegen betrügerischem Konkurs.

Kein betrügerischer Konkurs

Diesem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte das Bezirksgericht Münchwilen nicht. Sie schreibt im schriftlichen Urteil: «Zwar erfüllt das an den Tag gelegte Verhalten des Beschuldigten aller Wahrscheinlichkeit nach den Tatbestand der Gläubigerbevorzugung. Dieser Tatbestand verjährte allerdings im Verlauf der Strafuntersuchung.»

So erfolgt laut dem Bezirksgericht Münchwilen ein Urteil wegen mehrfacher Veruntreuung, aber ein Freispruch vom Vorwurf des betrügerischen Konkurses. Als maximales Strafmass hätten die vorsitzende Richterin und die zwei Bezirksrichter eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verhängen können. Der verurteilte Carunternehmer sei nicht vorbestraft und habe sich seit den unrechtmässigen Verkäufen der beiden Reisecars vor rund zehn Jahren auch nichts mehr zuschulden kommen lassen, halten ihm die Richter zugute. Negativ bewerten sie sein Verhalten im Strafverfahren. «Der Beschuldigte sieht seine Verfehlungen bis heute nicht ein und schiebt die Schuld auf andere. Auch ist er offensichtlich nicht bereit, den von ihm verursachten Schaden wieder gutzumachen.»

Bedingte Geldstrafe

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren verurteilten die Richter den Carunternehmer zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen, insgesamt 18 000 Franken, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Bezahlen muss er jedoch eine Busse von 2000 Franken.

Dem einen Kläger, Besitzer der beiden veruntreuten Reisecars, muss der Verurteilte rund 70 000 Franken Schadensersatz zahlen. Gefordert hatte er rund 380 000 Franken – unter anderem die Liegenschaft, welche der Verurteilte kurzerhand seiner damaligen Lebenspartnerin verkauft hatte. Diese darf nach dem Urteil des Bezirksgerichts die Liegenschaft jedoch behalten beziehungsweise den eingefrorenen Verkaufserlös. Das Grundstück wurde bereits weiterverkauft und bebaut.

Mario Testa

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.