VERSORGUNG: Ein Kurzschluss in der Energiebranche

Die Schaffhauser Stadtwerke lehnen eine Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau ab. Sie wollen eine Volksabstimmung vermeiden.

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Ein Strommast im abendlichen Sonnenlicht. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Ein Strommast im abendlichen Sonnenlicht. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Die Stadt Schaffhausen gibt dem Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) einen Korb. Das städtische Werk der Munotstadt, die SH Power, will nicht Teil einer gemeinsamen Netzbetriebs­gesellschaft werden, heisst es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung. Grund für den Rückzug aus den Kooperationsplänen sei, dass die angedachte Zusammenarbeit in der Stadt Schaffhausen eine Volksabstimmung nötig machen würde. «Wir bedauern diesen politischen Entscheid, halten aber an einer Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen fest», sagt Martina Kaiser, Mediensprecherin des EKT. Denn die Werke des Kantons Schaffhausen (EKS) sind offenbar noch immer an einer Zusammenarbeit mit dem EKT interessiert.

Das EKT analysiert die neue Ausgangslage

Im vergangenen März gaben die drei Energieversorger EKT, EKS und SH Power bekannt, die Gründung einer gemeinsamen Netzbetriebsgesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft zu prüfen. «Dies, um das Problem mit der Nachwuchsrekrutierung zu lösen, die Kostenstruktur zu optimieren und das Netzgebiet zu vergrössern», heisst es in der ­aktuellen Medienmitteilung. Ausserdem würden sich die drei Unternehmen in Bezug auf ihre Kernkompetenzen optimal ergänzen. Die Netze blieben aber im Besitz der jeweiligen Organisationen.

Was nun der Entscheid der SH Power für die mögliche neue Netzbetriebsgesellschaft bedeutet, könne noch nicht genau gesagt werden, sagt Kaiser. Durch den Rückzug der SH Power falle aber viel Wissen im Bereich der Gas- und Wasserversorgung weg. Nach den Sommerferien werde das EKT zusammen mit dem EKS die neue Ausgangslage analysieren. (sme)