Verschlafen und Vergessen

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Einen Angeklagten müsste es interessieren, welche Strafe das Gericht ihm zuweist, würde man meinen. Selbst, wenn die Schuldsprüche schon vor zwei Monaten gefallen sind. Zwei der insgesamt 14 Beschuldigten im Fall Kümmertshausen scheren sich aber offensichtlich nicht darum. Er sei im Ausland, habe verschlafen und schaffe es nicht an die Verhandlung, liess der eine ausrichten. Er wurde in Abwesenheit zu zwölf Monaten bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Die Straftaten: Anstiftung zur Nötigung und Verstoss gegen das Waffengesetz. Der andere wurde im Januar von den Drogendelikten freigesprochen. Er rief kurz vor Beginn der Verhandlung an und entschuldigte sich, er habe völlig vergessen, dass er vor Gericht hätte erscheinen sollen. «Absolut unverständlich» nannte der Vorsitzende Richter Thomas Pleuler diese Haltung.

Insgesamt fällt das Gericht vier Freisprüche, dabei geht es dreimal um Drogendelikte und einmal um Anstiftung zur qualifizierten Erpressung. (san)