Vermehrt mit Laubholz bauen

Mit der Waldpolitik 2020 soll die Öffentlichkeit für den Einsatz von Laubholz sensibilisiert werden. Architekten und Planer sollen sich damit auseinandersetzen.

Mario Tosato
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Kantonsforstingenieur Daniel Böhi stellt die Waldpolitik 2020 vor. (Bild: Mario Tosato)

Kantonsforstingenieur Daniel Böhi stellt die Waldpolitik 2020 vor. (Bild: Mario Tosato)

ITTINGEN. Auf grosses Interesse stiess die Fachtagung Laubholz in der Kartause Ittingen. In seinem Grusswort erklärte Paul Rickenmann, Präsident der Pro Holz Thurgau, dass es dem Verein ein grosses Anliegen sei, dass der Verwendung von Laubholz als Baustoff vermehrt grössere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Mit gezielten Pflegeeingriffen und der Begünstigung der Laubholzverjüngung wolle man von der Monokultur Fichte wegkommen. Es werde also künftig bei der Holzernte mehr Laubholz anfallen. Dieser Herausforderung stelle sich auch das Buwal mit dem «Aktionsplan Holz», welcher die Förderung des Laubholzes als Baustoff zum Ziel habe, stellte Rickenmann fest.

Holzbausysteme entwickeln

Laut Daniel Böhi, Kantonsforstingenieur des Kantons Thurgau, stimmt der Bund mit der Waldpolitik 2020 die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft) im Wald optimal aufeinander ab. Er stellt sicher, dass die Bewirtschaftung des Waldes nachhaltig erfolgt, und schafft in der Schweiz günstige Rahmenbedingungen für eine effiziente und innovative Wald- und Holzbewirtschaftung. Als Kerninhalte der Waldpolitik nannte Böhi die Ausschöpfung des Holznutzungspotenzials. Die Schutzwaldleistung soll weiterhin sichergestellt und die Biodiversität verbessert werden. Es werden neue Verarbeitungs- und Vermarktungswege für das Laubholz gesucht. Der Bund unterstützt die Weiterentwicklung von Holzbausystemen und sensibilisiert die institutionellen Endverbraucher für die Vorteile von Holzbauten. Wie Daniel Böhi erklärt, setzt sich der Bund beim öffentlichen Beschaffungswesen für den vermehrten Einsatz von Holz ein.

Vorteile des Laubholzes nutzen

Michael Gautschi, Holzindustrie Schweiz, ist überzeugt, dass Massivholzprodukte und Holzwerkstoffe aus Laubholz interessante technische Eigenschaften haben. Sie seien zudem schön und ökologisch. Er fordert einen Qualitätswaldbau mit Edelhölzern, Produktinnovationen und neue Technologien. Thomas Strahm, Leiter Engineering, neue Holzbau AG, Lungern, ist überzeugt, dass Laubholz das Potenzial eines natürlichen Hochleistungsbaustoffs habe. Die Kosten des Laubholzes beeinflussten aber das Konstruieren. Der Ingenieur müsse deshalb Lösungen mit möglichst wenig Material finden. Das Ziel soll sein, alle Vorteile des Laubholzes zu nutzen; neben den Festigkeiten ist auch die Leistung der Verbindungsmittel deutlich höher.

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