Verlieren ist nicht schön

Murgspritzer

Mathias Frei
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Es ist nicht die Mutter aller Niederlagen, das 1:5 des FC Gemeinderat gegen die Stadtverwaltung. Die Mutter, das war das 2:1 von Manchester United im Meistercup-Final 1999 gegen Bayern München, als die Deutschen in der 91. und 93. Minute noch zwei Tore kassierten. Oder die Nati-A-Finalissima 2006, als Filipescu dem ganzen Joggeli das Herz rausriss, den Ball in der 93. zum 2:1-Sieg für den FCZ einschob und dem FC Basel den Meistertitel vor der Nase wegschnappte. Eigentlich ist jede Niederlage schlimm. Wenn zum Beispiel der FC Winterthur gegen den FC Rapperswil-Jona verliert. Gegen den FCRJ. Das ist schlimm. Auch wenn man als Winti-Fan lieber erstklassig statt zweitklassig ist. Aber gegen den FCRJ. Schlimm. Auch wenn man in der Bierkurve steht und solches trinkt. Das macht es nur noch schlimmer. Schlimm kann es sogar sein, wenn man gewinnt. Wie Schalke am letzten Spieltag der Saison 2000/01, als es noch keine Smartphones gab und sich der Ruhrpott-Club vier Minuten als Meister wähnte – bis die Bayern in Hamburg ausglichen.

Trotzdem: Der FC Gemeinderat hat verloren. Aber es hat ja auch geschifft am Freitag auf der Kleinen Allmend. Da wurde ja die Bratwurst feucht. Wäre ich im Aufgebot gestanden, hätte ich eine Verletzung vorgetäuscht, um nicht spielen zu müssen. Und wenigstens war es keine knappe Niederlage. Ein 7:8 mit Gegentor in der dritten Nachspielminute kann man ja nächstes Jahr mal ausprobieren.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

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