Verjüngungskur für den Chor

Mit seinen zwölf Mitgliedern ist der Männerchor Aadorf zwar klein, aber trotzdem gesund. Die Sänger halten sich weiterhin fit und hoffen auf Nachwuchs.

Kurt Lichtensteiger
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Stimmlich stark: Zwölf Männer singen im Männerchor Aadorf. (Bild: pd)

Stimmlich stark: Zwölf Männer singen im Männerchor Aadorf. (Bild: pd)

AADORF. «Wir sind zwar wenige Sänger, dafür stimmen die altersmässige Durchmischung und vor allem auch das Stimmvermögen auf den verschiedenen Höhen. So besteht das Potenzial zu vielseitigem Repertoire, vom Traditionellen bis zu Modernerem», sagt Dirigent Hansruedi Früh. «So ausgezeichnet die gesangliche Seite ist, so erfreulich ist sie auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Die Männer fühlen sich unter ihresgleichen wohl, pflegen den gedanklichen Austausch und verstehen sich als echtes Team. Aus diesem Grund macht es mir ausserordentlich Freude, den Chor zu neuen Ufern zu führen», ergänzt der Tonangeber.

Singen erfreut und ist gesund

Mit dieser Aussage spricht Früh eine Blutauffrischung mit jüngeren Kräften an, zu denen künftige Mitglieder zwischen 20 und 50 zu zählen sind. Er ist überzeugt, dass es eine wunderschöne Erfahrung sein kann, seine eigene Stimme nach dem erfolgten Stimmbruch neu zu entdecken. So schwebt ihm die Durchführung eines Jungsängerkurses vor, der nach einer kurzen Entdeckungsphase den Beitritt erleichtern könnte.

Dass Fernsehsendungen wie der «Kampf der Chöre» das Singen auch bei jüngeren Semestern noch beliebter gemacht habe, bezeichnet er als willkommenen Hoffnungsschimmer. Ein aktives Angehen im Hinblick auf Zuwachs sei indessen gleichwohl nötig. Auftritte wie am 19. November im Aadorfer Gemeindezentrum, wo der Männerchor gemeinsam mit Ettenhausen als Chorgemeinschaft auftritt, trügen dazu bei, die Attraktivität für das Singen zu erhöhen.

Nachbarin empfahl Männerchor

Stellvertretend kommen zwei junge Mitglieder zu Wort und zeigen auf, wie sie zum Gesang gekommen sind. Florian Jud: «Wir wohnen seit vier Jahren in Aadorf. Ich singe gerne. Dies wusste eine meiner Nachbarinnen, die mir das Singen beim Männerchor Aadorf empfahl. Seit zwei Jahren bin ich nun Bassist und bereue den Beitritt noch keinen Tag», sagt der 40-Jährige. Auch wenn seine Frau Tobia einmal wöchentlich auf die abendliche Anwesenheit ihres Mannes verzichten muss, so könne sie dies verschmerzen. Sie freue sich, dass der Vater zweier Kinder Spass habe und sie beide gute Kollegen im Dorf gefunden hätten. Jährliche Tagesausflüge und verschiedene Anlässe ergänzten das Beziehungsnetz und seien für die ganze Familie eine Bereicherung.

Stimme, das neue Instrument

Nikki Fisch: «Vor drei Jahren hörten meine Frau und ich zur Adventszeit einen Liedervortrag im Gemeindezentrum. Dieser gefiel mir so gut, dass ich mich am gleichen Abend zu einem Probebesuch überreden liess», begründet der 44jährige Nikki Fisch seinen Entscheid. Weil er auch Gitarre spiele, habe er beim Chorgesang ein weiteres schönes Instrument kennengelernt, nämlich seine eigene Tenorstimme. Nun habe er Gelegenheit, gleich beides gleichzeitig zu verbessern.

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