Verhandlung zu Herzklinik vor Bezirksgericht

KREUZLINGEN. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen das Herz-Neuro-Zentrum Bodensee kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei geht es aber nicht um die Vorwürfe selber, sondern um die Reaktion der Klinik darauf.

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KREUZLINGEN. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen das Herz-Neuro-Zentrum Bodensee kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei geht es aber nicht um die Vorwürfe selber, sondern um die Reaktion der Klinik darauf. Diese hatte vor einem Jahr an einer Pressekonferenz Gesprächsaufzeichnungen vorgelegt, die beweisen sollen, dass zwei ehemalige Klinikärzte die Vorwürfe gezielt in den Raum gestellt haben, um die Klinik zu schädigen, damit sie eine eigene aufbauen können. Die Aufzeichnungen liessen Rückschlüsse auf die Identität der beiden Mediziner zu, klagt nun laut «Südkurier» einer der beiden Ärzte. Er verlange von der Klinik Schadenersatz, weil die Persönlichkeitsrechte verletzt worden sein sollen. Die Gerichtsverhandlung soll demnach am 1. Juni vor Bezirksgericht Kreuzlingen stattfinden. Vom Gericht war dazu gestern nachmittag keine nähere Auskunft erhältlich.

Falscher Journalist kein Thema

Streitpunkt war vor allem, ob der von der Klinik eingesetzte Detektiv sich gegenüber den Ärzten als Journalist ausgegeben hatte, um die Gesprächsaufzeichnungen zu machen. Das wäre in Deutschland rechtswidrig, nicht aber in der Schweiz. Die Kampagne gegen das Herz-Neuro-Zentrum mit Kliniken in Kreuzlingen und Konstanz nahm in Konstanz ihren Anfang. Laut «Südkurier» dürfte vor Bezirksgericht Kreuzlingen die Frage, ob sich der Detektiv als Journalist ausgegeben hat, nicht im Vordergrund stehen.

Die meisten Vorwürfe gegen die Herzklinik haben sich inzwischen in Luft aufgelöst – etwa, dass die Konstanzer Klinik in Deutschland nicht zugelassene Herzklappen eingesetzt habe. Zuletzt ergab eine Untersuchung der Schweizer Krankenkasse Swica, dass das Herzzentrum entgegen den Vorwürfen keine überteuerten Produkte verkauft hat. (wid)