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Vater verleiht kleinen Sohn für Sex

MÜNCHWILEN. Dramatischer Fall von Kinderpornographie: Zwei Männer stehen Ende November vor dem Bezirksgericht Münchwilen. Sie haben ihre sechs- und siebenjährigen Söhne regelmässig missbraucht und überliessen sie anderen Pädophilen.
Ida Sandl
Lieber nicht hinsehen. (Bild: fotolia)

Lieber nicht hinsehen. (Bild: fotolia)

Was sind das für Väter? Und was passiert mit Kindern, die das Pech hatten, in so einem Umfeld aufzuwachsen? Zwei Männer müssen sich vor dem Bezirksgericht Münchwilen wegen mehrfacher sexueller Handlung mit Kindern, Nötigung, Förderung der Pornographie und mehr verantworten.

Die Opfer sind ihre eigenen Kinder, diese waren zum Zeitpunkt der Übergriffe sechs und sieben Jahre alt. Der Hauptbeschuldigte ist ein 35jähriger Pornodarsteller aus Deutschland, der in seiner Jugend als Callboy gearbeitet hat. Als die Missbräuche passierten, lebte er in der Schweiz.

Es begann im Mai 2007. Da entdeckte der Mann seinen Sohn als Sexualobjekt. Vater, Sohn und der Verlobte des Vaters lebten damals im Hinterthurgau. Laut Anklageschrift schändete der Mann das eigene Kind mehrmals die Woche und machte Fotos davon. Die Bilder stellte er in ein Internet-Forum für Pädophile. Zum Teil soll der Vater den Sechsjährigen mit K.-o.-Tropfen, die er in den Eistee rührte, gefügig gemacht haben.

Der Verlobte erzählte bei der Befragung, der Bub habe «wie tot» gewirkt. Mehrfach sieht der Freund, wie der Junge «schlaff wie eine Leiche» vom Vater ins Zimmer getragen wird. Dann sind oft auch andere Männer zu Besuch.

Die fremden Männer reisen an

Denn die Fotos locken Pädophile an, einige reisen aus anderen Ländern an. Manchmal kommt ihnen der Angeklagte auch entgegen. Im Herbst 2007 steigt er mit seinem Sohn in einem Hotel in Stuttgart ab, um sich dort mit einem Holländer zu treffen. Das Kind muss den Vater oral befriedigen, der Holländer fotografiert. Auch diese Bilder kursieren später im Internet. Am nächsten morgen übergibt der Holländer dem Angeklagten 300 Euro fürs Zuschauen.

Der Junge spielt Gameboy

300 Euro zahlt auch ein Italiener, der sich im Beisein des Vaters an dem Kind vergeht. Ein paar Monate später treffen sich Vater und Sohn mit einem anderen Pädophilen in Nürnberg. Auch dieser Mann darf für 300 Euro Sex mit dem Kind haben. Manchmal spielt der Bub mit dem Gameboy und der Vater lenkt ihn ab, während die Pädophilen das Kind missbrauchen.

Der zweite Angeklagte ist ein IT-Spezialist aus dem Aargau. Auch er hat einen kleinen Sohn. Wenn sich die beiden Männer treffen, nehmen sie ihre Buben mit. Sie leihen sie sich gegenseitig aus oder filmen die Kinder bei Sexspielen.

Als sie ihren Söhnen wieder einmal K.-o.-Tropfen verabreichen, verliert einer der Buben für eine Weile das Bewusstsein. Das hält den Hauptangeklagten aber nicht davon ab, sich am Kind zu vergehen.

Etwa ein Jahr lang dauern die Übergriffe des Haupttäters auf sein Kind. Am 10. Mai 2008 wird er verhaftet. Die Polizei hat seine Spur im Internet gefunden. Bei einer internationalen Aktion gegen Pädophilie und Kinderpornographie fliegt ein Ring von Pädophilen auf.

Der Vater ist HIV-positiv

Seit fünf Jahren sitzt der Mann in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies. Sein Sohn lebte zuerst in einem Heim und jetzt bei Verwandten. Das Gericht hat entschieden, dass die Kinder nicht an der Verhandlung teilnehmen müssen.

Ein halbes Jahr vor seiner Verhaftung erfährt der Hauptangeklagte, dass er HIV-positiv ist. Er habe trotzdem weitergemacht und die Gesundheit der Kinder gefährdet, wirft ihm Staatsanwalt Thomas Merz vor. In einem Interview in der Sonntagszeitung gibt der Angeklagte die Straftaten im Wesentlichen zu. Im psychiatrischen Gutachten wird ihm nur eine geringe Neigung zu Kindern attestiert. Vielmehr sei es «sexuelle Verwahrlosung», was den Angeklagten angetrieben habe. Er wird von Milieu-Anwalt Valentin Landmann verteidigt. Der Staatsanwalt fordert für die Männer zehneinhalb und siebeneinhalb Jahre Haft.

Ebenfalls angeklagt ist der Verlobte des Haupttäters. Er hätte als Lebenspartner Verantwortung für das Kind gehabt und einschreiten müssen. Von der Verhandlung am 26. und 27. November ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

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