Unwetter verursacht Schäden von 34 Millionen

Die Schadenssumme steht nun fest: Die Unwetter von Mitte Juni verursachen Kosten von 34 Millionen Franken. Das ist mehr als dreimal so viel, wie der Kanton ursprünglich geschätzt hat. Davon machen die Schäden an Gebäuden rund 21 Millionen Franken aus. Der Kanton beteiligt sich an den Kosten.

Michèle Vaterlaus
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Aufräumarbeiten in Kradolf-Schönenberg: Die Gemeinde war besonders stark betroffen von den Unwetterschäden. (Bild: Nana do Carmo)

Aufräumarbeiten in Kradolf-Schönenberg: Die Gemeinde war besonders stark betroffen von den Unwetterschäden. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Bäche schwollen zu Strömen an, Hänge rutschten ab, und ganze Strassen waren unterspült: Das Unwetter vom 14. Juni hat Spuren hinterlassen. Noch Tage danach waren Strassen gesperrt. Der Kanton Thurgau rechnete damals noch mit einer Schadenssumme von über zehn Millionen Franken. Bereits im Juli korrigierte er die Summe nach oben: 20 Millionen Franken. Mittlerweile steht die Gesamtsumme fest und sie ist noch höher. Sie beläuft sich auf 34 Millionen Franken.

28 Gemeinden betroffen

Die Summe umfasst sämtliche Schäden, also jene an Strassen, Fluren, Wiesen, Wäldern und Gebäuden. In 28 Gemeinden wurden Schäden gemeldet. Nach aktuellem Stand der Erhebung hat es die Gemeinden Kradolf-Schönenberg, Sulgen, Wuppenau, Erlen und Hohentannen am stärksten getroffen. Der Regierungsrat hat nun beschlossen, sich an den Kosten der Sofortmassnahmen der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden zu beteiligen. Das hat er gestern mitgeteilt. Die Kosten liegen bei insgesamt 1,3 Millionen Franken. Der Kanton übernimmt 70 Prozent oder maximal 897 000 Franken. Als Sofortmassnahmen gelten beispielsweise Aufräumarbeiten oder wasserbauliche Massnahmen, um Folgeschäden, die durch das Unwetter entstehen können, zu verhindern, wie Regierungsrätin Carmen Haag erläutert. Von den 70 Prozent der Kosten, die der Kanton Thurgau übernimmt, bezahlt der Bund noch 35 Prozent.

Bei der Gebäudeversicherung sind bis heute mehr als 1000 Schadensmeldungen eingegangen. Urs Herzog, Leiter Versicherungs- und Schadendienst der Gebäudeversicherung, sagt, dass die gemeldeten Schäden an Gebäuden sich bis heute auf rund 21 Millionen Franken belaufen. «Der Betrag wird wahrscheinlich noch etwas steigen.» Auf die Prämien hat das Unwetter keinen Einfluss. «Das ist kein Thema», sagt Herzog. Bereits sein Vorgänger Fredy Weber versicherte im Sommer, dass es für eine Erhöhung der Prämie im Thurgau schon mehrere Jahre hintereinander heftige Naturkatastrophen geben müsste, die derartige Schäden anrichten.

Einsatzkräfte auf Hochtouren

Der Regierungsrat schreibt in seiner Mitteilung weiter, dass dank der Hilfe des Regionalen Führungsstabs Aach-Thurtal die Arbeiten der Interventionskräfte in den betroffenen Gemeinden während der Akutphase gut bewältigt werden konnten. Die Einsatzkräfte arbeiteten auf Hochtouren. Die Aufräumarbeiten konnten so innert weniger Tage respektive Wochen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Schäden sind heute zum grossen Teil gar nicht mehr ersichtlich.

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