Unvollständige Rochade

Der Verwaltungsrat des Alterszentrums Tannzapfenland hat sich neu konstituiert. Auch Leiter Markus Bertschi, der Anfang Jahr gekündigt hat, musste ersetzt werden. Seine Nachfolge ist aber nach wie vor unklar.

Tanja von Arx
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Markus Bertschi Zentrumsleiter noch bis 31. August (Bild: Olaf Kühne)

Markus Bertschi Zentrumsleiter noch bis 31. August (Bild: Olaf Kühne)

MÜNCHWILEN. Einer ging nach vier Jahren, ein anderer nach sieben und ein weiterer nach zwanzig: Sowohl der Fischinger Gemeinderat Christoph Ammann als auch die Gemeindeammänner von Wängi und Bettwiesen, Benno Storchenegger und Clemens Dahinden, legten ihr Verwaltungsratsmandat am Regionalen Alterszentrum Tannzapfenland Münchwilen ab. Für sie galt es im Zuge der Behördenwahlen die Nachfolge zu regeln.

Am meisten beschäftigt hat an der jährlichen Generalversammlung aber der Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten Peter Büchi. Denn Büchi trat nicht infolge Wahlen, sondern von sich aus nach 21 Jahren zurück. «Der Entscheid fiel mir nicht leicht», sagte dieser vorgestern abend im Alterszentrum. «Irgendwann ist der Zeitpunkt aber da.» Er verwies auf die sichere Finanzlage und das ausgearbeitete Betriebskonzept des Tannzapfenlands. «Weitere vier Jahre wären ausserdem zu viel für mich.»

«Nicht wegen Bertschi»

Sein Rücktritt habe mit der zeitgleichen Kündigung von Leiter Markus Bertschi nichts zu tun, sagte Büchi auf die Frage eines Genossenschafters. Der Mann hatte am Ende der Versammlung die «koordinierte Zusammenarbeit» des Tannzapfenlands in Frage gestellt, welche die Statuten voraussetzen. Denn ausser auf der Präsentationsfolie «Wahl eines neuen Zentrumsleiters in Arbeit» war der Abgang Bertschis an der zweistündigen Versammlung kein Thema.

«Es ist nicht der Wurm drin», beschwichtigte Büchi. Sowohl Verwaltungsrat als auch Leiter wollten aber nicht näher darauf eingehen, als öffentlich bekannt sei. Betrieb und Kultur hätten einfach nicht zusammengepasst, das müsse man nach den zwei Amtsjahren von Bertschi akzeptieren. Zu den raschen Personenrochaden innert sechs Jahren – die Entlassung von Thomas Aepli in der Probezeit, Ruth Puggler nach der Pensionierung und Daniel Thoma wegen Krankheit – sagte Büchi: «Es war teilweise einfach Pech.»

Während der Kündigungsfrist bis Ende August arbeitete man weiter zusammen. In dieser Zeit suchten Heimkommission und Verwaltungsrat nach einer geeigneten Nachfolge. Markus Bertschi war anwesend, schwieg aber ebenfalls.

Häne neuer VR-Präsident

Wie zu erwarten, tritt Heimkommissionspräsident Othmar Häne in die Fussstapfen von Peter Büchi. Die Genossenschaft bestätigte ihn einstimmig. Häne bezeichnete das neue Amt als «grosse Herausforderung», aber auch als «Chance».

Wängi schlug für die Belegung des Verwaltungsratspostens den Gemeinderat Martin Lörtscher vor, Bettwiesen den neuen Gemeindepräsidenten Patrick Marcolin. Auch sie wurden einstimmig bestätigt. Fischingens Vorschlag steht noch aus. Die entsprechende Sitzung ist auf den 24. April angesetzt. So findet die Wahl an der nächsten Generalversammlung in einem Jahr statt. Diese Situation ist für den Verwaltungsrat nicht neu. Er handhabte dies in der Vergangenheit so, dass die später Nominierten an den Sitzungen in beratender Funktion beiwohnen können, sie aber kein Stimmrecht besitzen.

Die restlichen Verwaltungsräte bestätigte die Genossenschaft ebenfalls einstimmig.

Patrick Marcolin Gemeindepräsident Bettwiesen neu im Verwaltungsrat (Bild: Simon Dudle)

Patrick Marcolin Gemeindepräsident Bettwiesen neu im Verwaltungsrat (Bild: Simon Dudle)

Martin Lörtscher Gemeinderat Wängi neu im Verwaltungsrat (Bild: pd)

Martin Lörtscher Gemeinderat Wängi neu im Verwaltungsrat (Bild: pd)

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