Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

UNTERSTÜTZUNG: Die Wege müssen kürzer werden

Das Konzept Psychische Gesundheit des Kantons sieht Präventionsmassnahmen vor. Der Fokus liegt zurzeit auf Kindern und Jugendlichen. Diese sollen auch über ihre Bezugspersonen angesprochen werden – auch wenn diese aus fremden Kulturen kommen.
Larissa Flammer
Wer Fragen zu psychischer Gesundheit und Erkrankungen hat, soll im Thurgau überall die richtigen Informationen erhalten. (Bild: Fotolia)

Wer Fragen zu psychischer Gesundheit und Erkrankungen hat, soll im Thurgau überall die richtigen Informationen erhalten. (Bild: Fotolia)

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Anlauf- und Auskunftsstellen für Menschen mit psychischer Erkrankung gibt es im Thurgau bereits viele: Perspektive Thurgau, Selbsthilfe Thurgau, die Psychiatrischen Dienste von Spital Thurgau, um nur einige zu nennen. Es gibt auch immer mehr Personen mit psychischen Erkrankungen. Im kantonalen Konzept Psychische Gesundheit 2017–2020 schreibt Regierungsrat Jakob Stark: «Mit Massnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit kann ein Beitrag zur Prävention und Verminderung psychischer Erkrankungen geleistet werden.» Für eine wirkungsvolle Prävention sei eine «intensive Zusammenarbeit» dieser verschiedenen Akteure gefordert.

Das Amt für Gesundheit, das zu Starks Departement gehört, hält mit dem Konzept ein Planungsinstrument in den Händen. Einige Massnahmen und Schwerpunkte wurden bereits aktualisiert, wie Anna Hecken sagt. Sie ist beim Amt für die Umsetzung des Konzepts zuständig.

Alle Türen müssen offen stehen und zum Ziel führen

Im Abklärungs- und Aufnahmezentrum (AAZ) der Psychiatrischen Dienste Thurgau in Münsterlingen sollte eine Kontaktstelle eingerichtet werden, bei der jeder die richtigen Informationen zu psychischer Gesundheit und Erkrankungen erhält. «Wir haben aber festgestellt, dass eine einzelne Kontaktstelle nicht zielführend ist», sagt Hecken. Es gebe schon so viele Zugangswege zu Informationen, diese müssten untereinander einfach besser koordiniert werden. Wichtig ist gemäss Hecken eine gemeinsame Haltung aller Anbieter: «Wenn jemand anruft, muss man sich verantwortlich fühlen, auch wenn das Anliegen nicht das eigene Fachgebiet betrifft.» Das bedinge eine gute Vernetzung, jeder müsse wissen, wohin jeder Fall weiterzuleiten sei. «Der Thurgau ist ja schon der Kanton der kurzen Wege. Das kann aber noch optimiert werden», ist Hecken überzeugt. Ganz nach dem Prinzip: You never take a wrong door – du bist nirgends falsch.

In die gleiche Richtung geht die im Konzept geforderte neue Webseite. «Die Absicht ist es, Angebote, Veranstaltungen und Hintergrundwissen zu psychischer Gesundheit und Erkrankungen publik zu machen sowie das Thema zu entstigmatisieren.» Die Verantwortlichen sind sich mittlerweile aber nicht mehr sicher, ob es wirklich eine neue Webseite braucht. «Vieles bringt Google schon zutage», gibt Hecken zu bedenken. Was es sicher brauche, sei eine Revision der bestehenden Webseite sozialnetz.tg.ch. Die Neugestaltung der Angebotsdatenbank ist ein Vorhaben, welches auch das Projekt Brennpunkte Gesundheit Thurgau verfolgt. Zusätzlich trifft das Amt für Gesundheit Abklärungen, ob Synergien mit dem Ostschweizer Forum für Psychische Gesundheit genutzt werden könnten. Dort entsteht zur Zeit eine neue Datenbanklösung für die zentrale Suche und Verwaltung von Angeboten.

Den Zugang für Migranten erleichtern

Ein Angebot, das im Thurgau neu lanciert werden soll, ist eine Selbsthilfegruppe für Migrantinnen. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Sprachbarriere es Migranten erschwert, Zugang zu Unterstützungsangeboten zu erhalten», sagt Hecken. In unserer Kultur seien Selbsthilfegruppen bekannt und als wirksame und kostengünstige Hilfe anerkannt. Die geplante Gruppe für Migrantinnen soll diesen den Zugang zum Angebot erleichtern. «Angedacht ist eine ‹Austauschgruppe›, die moderiert wird.» Das Ziel ist es, dass Frauen aus anderen Kulturen danach die regulären Angebote der Selbsthilfe nutzen.

Das bereits bewährte Angebot Femmes-Tische der Perspektive Thurgau, bei dem sich Väter und Mütter aus allen Kulturen und Sprachen austauschen, wurde bereits ausgebaut. «Femmes-Tische gibt es zu ganz verschiedenen Themen und sie funktionieren gut», sagt Hecken. Das Amt für Gesundheit habe deshalb angeregt, zusätzlich ein Modul zum Thema psychische Gesundheit anzubieten, was nun schon mehrfach geschehen sei.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.